Hinweis an Journalisten und Forscher Google warnt Nutzer vor Regierungs-Hackern
Google-Warnung
Foto: TwitterEine solche Warnung möchte niemand gerne sehen: Etliche Nutzer berichten derzeit in sozialen Netzwerken von einer beunruhigenden Warnmeldung, die Google ihnen anzeigt, wenn sie sich auf ihrem Google-Konto einloggen möchten.
"Angreifer mit Verbindungen zu einer Regierung könnten versuchen, dein Passwort zu stehlen", heißt es in der Warnung. Es könne auch ein falscher Alarm sein, schreibt Google weiter. Jedoch sei die Vorsichtsmaßnahme selten: Nur 0,1 Prozent der Nutzer von Googles Dienst Gmail bekämen sie angezeigt. Nähere Details zu dem mutmaßlichen Angriff will Google seinen Nutzern aber nicht verraten. Auch eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE an Google Deutschland blieb bisher ohne Antwort.
And here we are. pic.twitter.com/Vv4cjLI5gJ
— Julia Ioffe (@juliaioffe) November 23, 2016
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Mehrere Journalisten und Wissenschaftler, unter ihnen Nobelpreisträger und "New York Times"-Kolumnist Paul Krugman , berichteten auf Twitter, dass sie betroffen sind. Auch der ehemalige US-Botschafter der Vereinigten Staaten in Russland, Michael McFaul, erhielt offenbar die Warnmeldung. Mit deutlichen Worten macht er Moskau auf dem sozialen Netzwerk für den Angriff verantwortlich: "Nicht das schon wieder! Lieber Kreml, bitte hör auf", twitterte McFaul . Es gibt aber keine Beweise, dass tatsächlich Angreifer mit Verbindung nach Russland oder zur russischen Regierung die Google-Warnungen ausgelöst haben.
Google setzt die Warnmeldung seit März ein
Die Google-Warnung markiert nichtsdestotrotz offenbar eine aktuelle Angriffswelle - mit unbekanntem Urheber. Doch neu sind derartige Warnungen für Google-Nutzer nicht. Der Konzern sendet bei seinem E-Mail-Dienst seit 2012 Warnungen vor staatlichen Angreifern.
Die Warnungsseite, die aktuell wieder vielen Nutzern angezeigt wird, wurde von Google im März dieses Jahres eingeführt. "Unter den Nutzern, die diese Warnung angezeigt bekommen, sind häufig Aktivisten, Journalisten und politische Entscheidungsträger", hieß es schon damals in der Ankündigung der Warnseite .
Update, 16.30 Uhr: Google Deutschland betont in einem Statement, dass die Warnung als Vorsichtsmaßnahme gedacht ist und rät betroffenen Nutzern: "Wer eine solche Warnung bekommt, sollte den Hinweisen in der Mail folgen."