Klimaschutzpläne Google will ab 2030 CO₂-frei arbeiten

Mit dem heutigen Tag hat Google nach eigenen Angaben den gesamten Kohlendioxid-Ausstoß seit Gründung kompensiert. Von 2030 an will das Unternehmen nur noch Strom aus erneuerbaren Energien nutzen - rund um die Uhr.
Google hat ein ambitioniertes Klimaschutzprogramm vorgestellt

Google hat ein ambitioniertes Klimaschutzprogramm vorgestellt

Foto: STEPHEN BRASHEAR/ AFP

Während große Teile Kaliforniens in Flammen stehen, hat Google-CEO Sundar Pichai am Montag einen Meilenstein für das Unternehmen verkündet: "Mit dem heutigen Tag hat Google seine gesamte Kohlendioxid-Schuld eliminiert - also alle operativen Emissionen aus der Zeit vor 2007, als wir CO2-neutral wurden", schrieb er in einem Blogpost . Googles gesamter historischer CO2-Fußabdruck seit der Gründung 1998 sei "jetzt null". Man sei "glücklich, das als erstes bedeutendes Unternehmen erreicht zu haben".

Seit 2017 gleicht Google seinen jährlichen Stromverbrauch vollständig mit erneuerbaren Energien aus. Wie auch bei den anderen großen Cloud-Anbietern Amazon und Microsoft funktioniert das bei Google nicht zuletzt durch den Kauf von sogenannten Renewable Energy Certificates (RECs), wie "Wired" im Dezember berichtete . Das ist nicht gleichbedeutend mit dem tatsächlichen Betrieb von Rechenzentren mithilfe erneuerbarer Energien, sondern entspricht dem Kauf von Ökostrom irgendwo auf der Welt. Alle drei Firmen haben außerdem mit Öl- und Gasunternehmen zusammengearbeitet, Google hatte erst im Mai angekündigt, das künftig zu unterlassen .

Googles nächstes Ziel ist laut Pichai, "bis 2030 das komplette Geschäft rund um die Uhr ausschließlich mit CO2-freier Energie zu betreiben" - "jede E-Mail, die über Gmail versendet wird, jede Suchanfrage bei Google, jedes YouTube-Video, dass Sie sich ansehen und jede Route, die Sie mit Google Maps planen". Pichai nennt das Vorhaben "unseren bisher größten Nachhaltigkeits-Moonshot", weil die Umstellung "praktisch und technisch enorm komplex" sei.

Auch Apple, Amazon und Microsoft setzen sich hehre Ziele

Das Unternehmen werde dazu Wind- und Solarenergie nutzen, verstärkt auf Stromspeicherung in Batterien setzen und mithilfe von maschinellem Lernen den Stromverbrauch besser vorhersagen und regeln. Letzteres macht Google in seinen Rechenzentren bereits seit Jahren.

Auch andere große Techunternehmen an der US-Westküste haben ambitionierte Klimaschutzpläne. Microsoft etwa hatte im Januar angekündigt, man wolle bis 2050 "den gesamten Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernen, den das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1975 entweder direkt oder durch seinen Stromverbrauch emittiert hat". Das wäre 30 Jahre nach Google, aber Microsoft ist auch 23 Jahre älter. Bis 2030 will der Windows-Konzern zudem einen negativen Kohlendioxid-Fußabdruck haben, also mehr CO2 aus der Atmosphäre entfernen, als es produziert.

Amazon-Gründer Jeff Bezos hatte kurz nach Microsoft verkündet, zehn Milliarden Dollar für den damals allerdings noch nicht gegründeten Bezos Earth Fund zu spenden. Der Fonds, über den Amazon und Bezos seither schweigen , soll Wissenschaftler, Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen im Kampf gegen den Klimawandel unterstützen.

Apple will bis 2030 alle seine Produkte CO 2 -neutral herstellen . Dazu will der iPhone-Konzern nach eigenen Angaben erneuerbare Energien und recycelte Materialien in der gesamten Lieferkette verwenden und Ökosysteme in aller Welt wiederherstellen.

pbe
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