Googles Schnatterdienst So bringen Sie Buzz Manieren bei

Googles Gegenangebot zu Facebook und Twitter geht forsch mit den Daten der Nutzer um: Ein Klick und das Web sieht, wem man besonders häufig E-Mails schreibt. Die Schalter zum Deaktivieren sind gut versteckt - SPIEGEL ONLINE zeigt, wie man Buzz knebelt.
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Google Buzz: "Unpoliert, unhandlich und überflüssig"?

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Das ist eine riskante Mischung: Um vom Start weg eine kritische Masse an Nutzern für seinen Twitter-Konkurrenzdienst Buzz zu haben, baut Google das Postfach seiner Kunden ungefragt zur Schaltzentrale für das neue soziale Netzwerk aus.

Riskant ist das, weil E-Mails eine ganz andere Kommunikationsform sind als das öffentliche Geschnatter via Facebook oder Twitter. Buzz weist jedem E-Mail-Nutzer automatisch ein paar Buzz-Kontakte zu, basierend darauf, mit wem man besonders viele E-Mails austauscht.

Wer da unvorsichtig auf den falschen Link klickt, teilt der Welt mit, wem er in letzter Zeit besonders viele Nachrichten geschickt hat. Die Blogger von businessinsider.com weisen auf einige gar nicht so konstruierte Fälle hin , in denen dieser Service katastrophale Folgen haben könnte: Ein Angestellter steht im regen Mail-Verkehr mit einem Kollegen von einer Konkurrenzfirma? Klack, der Chef sieht's womöglich im Buzz-Profil. Seine Freundin schreibt fleißig an einen Ex - klack, schon merkt er auch das.

Wie man diese freizügigen Einstellungen zurücksetzt, finden auch Experten nicht so leicht heraus - Google hat die entsprechenden Optionen recht gut versteckt.

Filtern, Löschen, Abmelden - so dichten Sie Googles Schnatterdienst ab

Kontaktliste verstecken

Sie sind voreilig Googles Buzz-Fanfare gefolgt und haben ein öffentliches Profil angelegt? Dann sieht alle Welt, wer Ihren Einträgen folgt - und mit welchen Google-Nutzern Sie verbunden sind. Das ist bei Twitter ganz ähnlich, mit dem gewaltigen Unterschied, dass die Twitter-Verfolger nicht automatisch aufgrund der Intensität des E-Mail-Verkehrs automatisch vorgegeben wurden.

Die standardmäßig öffentliche Kontakt-Liste kann man verstecken. Sie müssen bei Google eingeloggt sein, dann funktioniert dieser Link zum Eintrag "Profil bearbeiten".  Dann müssen Sie in der dritten Spalte rechts neben dem Profil-Foto den Haken bei der Option "Display the list of people I'm following and people following me" entfernen.

Buzz-Benachrichtigungen filtern

Nervige Standardeinstellung: Sobald jemand Ihre Einträge bei Buzz kommentiert, landet der Text als E-Mail im Google-Postfach zwischen all den wichtigen Nachrichten. Die Trennung zwischen zielgerichteter, privater Kommunikation und öffentlichem Geschnatter verschwindet - sehr ärgerlich.

Aber man kann die Buzz-Benachrichtigungen leicht filtern: In der Ansicht des Posteingangs von Google Mail oben rechts neben der Suchmaske auf "Filter anlegen" klicken, dann im Feld Betreff "Buzz:" als Filterkriterium eingeben, auf Weiter klicken und dann einstellen, ob diese Nachrichten sofort archiviert, gelöscht und mein einem speziellen Schlagwort (Geschnatter?) versehen werden sollen.

Buzz abschalten

Natürlich kann man den Schnatterdienst auch abstellen. Man muss nur auf den richtigen Link klicken. Der versteckt sich in der Ansicht des Google-Posteingangs ganz unten rechts am Seitenende, zwischen den Einträgen "Google Mail-Ansicht: Standard", "Chat beenden" und "ältere Version" steht da "Buzz deaktivieren".

Profilseite löschen

Genug von Buzz und dem öffentlichen Profil? Man kann seine Google-Profilseite löschen. Der entsprechende Schalter ist an der bekannten Stelle zu finden - am Ende der Seite, ganz unten rechts. Aber nur auf der Seite "Profil bearbeiten". Dieser Link  sollte funktionieren, wenn Sie beim entsprechenden Google-Konto angemeldet sind.

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