Graph Search So schützen Sie sich vor Facebooks Rasterfahndung

Wer hört Nazi-Musik, wer ist Fan der Roten Armee Fraktion, wo arbeiten Anhänger bestimmter Drogen? Facebooks neue Suchfunktion Graph Search lässt sich leicht zur Rasterfahndung nutzen, dank der laxen Datenschutzstandards beim Netzwerk. Hier steht, wie Sie Ihr Profil schützen.
Mark Zuckerberg: Der Facebook-Chef stellt Millionen Menschen bloß

Mark Zuckerberg: Der Facebook-Chef stellt Millionen Menschen bloß

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Wer ist bei der Marine und Facebook-Fan der NPD? Wer in Deutschland findet Joseph Goebbels gut? Wer hört White-Power-Bands? Zu all diesen Suchanfragen listet Facebooks neue Suchfunktion Graph Search Nutzer auf. Die neue Facebook-Suche wird Zug um Zug allen Mitgliedern zugänglich gemacht. Wer nicht warten will, kann sein Facebook auf Englisch umstellen und schon jetzt auf die Suche gehen.

Mit der neuen Funktion lassen sich leicht sämtliche Facebook-Mitglieder rastern. Alle Likes, Fotos und Profilangaben, die als "öffentlich" eingestuft sind, gehen in die Rasterung ein. Standardmäßig gilt bei Facebook nahezu alles als öffentlich. Wer den Zugriff der Suchmaschine auf sein Profil beschränken will, muss sein Facebook-Profil an unterschiedlichen Stellen neu konfigurieren.

Hier die wichtigsten Einstellungen im Überblick:

1. Beziehungsstatus, Arbeitgeber, Freundesliste

Einige Profilangaben behandelt Facebook immer als öffentlich, die Nutzung kann man nicht einschränken: Name, Profilbild, Geschlecht, Nutzername und Netzwerke (also zum Beispiel die Universität oder ähnliches) sind für Facebook Allgemeingut.

Nahezu alle anderen Angaben im Profil behandelt Facebook standardmäßig ebenfalls als öffentlich, es lässt sich aber einschränken, wer sie sehen und in die Suche einbeziehen kann. Dazu zählen allgemeine Angaben wie Beziehungsstatus, Verwandtschaft, sexuelle Orientierung, Wohnorte und Arbeitgeber.

Zum Einschränken der Sichtbarkeit ruft man das eigene Profil auf, klickt in der Leiste unter dem eigenen Namen oben auf das Feld "Info" ("About" in der englischen Version). Wenn man die Einträge bearbeitet (Stift-Symbol oben rechts) taucht neben jedem Eintrag ein kleiner Globus auf - die Information ist öffentlich. Mit einem Klick lässt sich aber festlegen, wer die Information sehen darf.

Beziehungsstatus: Bei Facebook standardmäßig öffentlich

Beziehungsstatus: Bei Facebook standardmäßig öffentlich

Die eigene Freundesliste ist standardmäßig öffentlich. Jeder kann bei Facebook abfragen, mit wem man seit wann befreundet ist. Das lässt sich verbergen, indem man im eigenen Profil den Reiter "Freunde" aufruft und dann auf "Privatsphäre bearbeiten" klickt.

Freundesliste: Die Privatsphäreeinstellungen sind nach drei Klicks abrufbar

Freundesliste: Die Privatsphäreeinstellungen sind nach drei Klicks abrufbar

Doch auch wer seine Freundesliste verbirgt: Die Netzwerke dürften sich dennoch in vielen Fällen analysieren lassen, da ja bei den Kontakten wiederum die Freundesliste öffentlich sein könnte - und da steht der eigene Name drauf. Das merkt selbst Facebook etwas versteckt an.

Netzwerkanalyse: Wer mit wem in Kontakt ist, lässt sich auf Facebook leicht analysieren

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2. Gefällt-mir-Angaben

Was man mag, ist bei Facebook regulär öffentlich. Deshalb lassen sich mit der neuen Suchfunktion auch leicht alle Fans der NPD oder der "National-Zeitung" auflisten. Die eigenen Likes kann man auch nur einem eingeschränkten Publikum zeigen. Dazu klickt man im eigenen Profil auf den Reiter "Mehr", dann auf "Gefällt mir"-Angaben.

Gefällt mir: Die Angaben sind bei Facebook standardmäßig für alle durchsuchbar

Gefällt mir: Die Angaben sind bei Facebook standardmäßig für alle durchsuchbar

Dann muss man nur noch das Stift-Symbol zum Bearbeiten anklicken und dann "Privatsphäre bearbeiten" aufrufen - Facebook hat diese Funktion wirklich gut versteckt, sie ist auch nicht direkt verlinkbar.

Privatsphäre bei Likes: Die Funktion hat Facebook gut versteckt

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3. Die eigenen Beiträge

Standardmäßig sind bei Facebook die eigenen Beiträge öffentlich. Das lässt sich in den Privatsphäre-Einstellungen  ändern. Hat man die Sichtbarkeit zukünftiger Beiträge eingeschränkt, kann man dasselbe Schutzniveau auch nachträglich auf alle alten Beiträge anwenden.

Beiträge verbergen: Das Schutzniveau für zukünftige Beiträge (oben) kann man auch auf alte anwenden (unten)

Beiträge verbergen: Das Schutzniveau für zukünftige Beiträge (oben) kann man auch auf alte anwenden (unten)

Wichtig: Nutzer älterer Facebooks-Apps müssen noch einmal an anderer Stelle extra festlegen, dass nicht jeder ihrer Beiträge öffentlich sein soll.

Alte Facebook-Apps: Für ältere Endgeräte muss man noch mal extra das Datenschutzniveau einstellen

Alte Facebook-Apps: Für ältere Endgeräte muss man noch mal extra das Datenschutzniveau einstellen

4. Anwendungen

Diese Einstellungen haben mit der neuen Suchfunktion Graph Search wenig zu tun, trotzdem sollte man sie unbedingt kontrollieren. Grundsätzlich gewährt Facebook allen Anwendungen einen sehr weitreichenden Zugriff auf persönliche Informationen wie Wohnort, Statusmeldungen, Beziehungsstatus und Fotos.

App-Zugriff: Die von Bekannten installierten Programme haben bei Facebook weitreichende Zugriffsrechte

App-Zugriff: Die von Bekannten installierten Programme haben bei Facebook weitreichende Zugriffsrechte

Hier ändert man die Zugriffsrechte für eigene Apps , hier für Apps, die andere Nutzer  installiert haben.

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