Klimawandel Der verfehlte Technikglaube der Greta-Skeptiker

Irgendeine Technologie wird die Menschheit noch erfinden, um die Klimakrise zu bewältigen - irgendwann. Das ist Augenwischerei, schrieb Sascha Lobo in seiner Kolumne. Im Podcast reagiert er nun auf Leserkommentare.

Greta Thunberg im kanadischen Montréal
AFP / Minas Panagiotakis

Greta Thunberg im kanadischen Montréal


Den Argumenten der Klimaaktivistin Greta Thunberg halten manche entgegen, dass Technologie und Innovation dabei helfen könnten, die Klimaziele doch noch zu erreichen und Schlimmeres abzuwenden. Auch einige hochrangige Politiker gehören dieser Denkschule an, wie Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne darlegt.

Es handele sich dabei aber keineswegs um optimistische Technikgläubigkeit, sondern vielmehr um eine Abwehrreaktion, meint Lobo. Mehr noch: Die Greta-Skeptiker "tragen beharrlich ihren Glauben vor sich her, dass jemand auf der Titanic rasch noch eine Ausweichtechnologie erfindet und man deshalb das Schiff vom Kollisionskurs mit dem Eisberg gar nicht abbringen muss".

Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #113 - Technik gegen Klimawandel: Die Greta-Skeptiker hoffen auf die Zaubermaschine

Im Podcast zu seinem Text beschäftigt sich der Kolumnist nun mit den Zuschriften und Kommentaren seiner Leserinnen und Leser.

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insgesamt 167 Beiträge
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spon-facebook-10000403839 06.10.2019
1. Technik kannbedingt helfen
Technik kann in der Tat helfen. Aber etliche dieser Technologien sind noch weit entfernt. Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Energie? Da bin ich äußerst zuversichtlich, dass man mit Fusion oder Mikrowellenenergie den Strombedarf komplett decken kann (technologisch kein Problem) und diese Technik in einigen Jahrzehnten auch meistern wird. Dann sind zumindest bzgl. des Energiebedarfs alle Probleme gelöst. Aber andere Dinge werden nicht so einfach. Was macht man mit Atommüll? Alchemie können wir bis heute nicht betreiben. Plastikmüll (in den Ozeanen)? Gewiss, wenn wir unbegrenzet Energie haben, könnte man diese mit viel Aufwand reinigen - aber auch diese Technoloie muss zunächst entwickelt werden. Bis dahin hat sich das Plastik von selber zersetzt. Das weitaus größte Problem sind eher die Zerstörung unserer Flora und Fauna.Aber sämtliche Arten die *noch nicht* ausgrerottet sind, sind durchaus in der Lage sich zu erholen. Was wäre das beste was wir machen können - wenn wir Energie im Überfluss haben? Nachhaltig Leben, der Natur Räume lassen, weniger Gifte produzieren, mit Ressourcen bedacht umgehen und keinen Raubbau betreiben. Und zusätzlich die Einwohnerzahl auf minimal 1Mia reduzieren durch eine weltweite Einkind-Politik. Darüber hinaus, müssen wir unsere sozialgesellschaftlichen, poltischen und religiösen Probleme lösen. Das haben wir seit tausenden von Jahren nicht hinbekommen.
Neandiausdemtal 06.10.2019
2. Ich find's prima
Den konservativen, Liberalen und rechten Spinnern, die wirklich meinen, da würde noch rechtzeitig was erfunden werden, ist zu erwiedern : Die Renten und Pensionen, sowie der Mindestlohn sollten sofort wenigstens verdoppelt werden! Wir werden schon rechtzeitig was erfinden, bevor das nachteilige Auswirkung hat. Es geht aber auch umgekehrt. Wir haben ja in den letzten gut 50 Jahren was ganz tolles erfunden, was uns vom atomaren Müll befreit. Oder habe ich das nur geträumt?
frank57 06.10.2019
3. Technik? Ist vorhanden!
Man nennt es Luftzerlegungsanlagen und diese werden von allen grossen Industriegasherstellern betrieben! Sauerstoff, CO2, Helium etc erzeugt man aus der Luft! Aber woher sollte ein Herr Lobo das auch wissen, schlisslich hat er sich nie aus seinen Cafe's und seinem sozialen Umfeld herausbewegt, geschweige denn mal richtig gearbeitet! Aber anderen Menschen das Leben erklären wollen! Sorry, der kann nicht wirklich meinungsbildend sein!
Sique 06.10.2019
4. Vielleicht...
Vielleicht stammen die meisten dieser optimistischen Hoffnungen auf zukünftige Technologien aus einer verklärten Sicht auf die Vergangenheit. Ja, irgendwann ist es gelungen, durch wissenschaftlichen und technischen Fortschritt viele drängende Probleme zu lösen. Was aber dabei nicht gesehen wird, ist der Aspekt der Rechtzeitigkeit. Es dauerte Jahrhunderte, bis die in Europa grassierende Lungenschwindsucht, auch bekannt als Tuberkulose, in den 1930ern endlich heilbar wurde. Aber die große Welle setzte bereits Mitte des 17. Jahrhunderts ein und erreichte einhundert Jahre später ihren Höhepunkt -- ganz ohne wissenschaftliche und technische Lösung. Die kam im Grunde 300 Jahre zu spät. Haben wir 300 Jahre Zeit? Ja, Not macht erfinderisch. Und bei großen Schwierigkeiten werden oft viele Resourcen in ihre Lösung investiert, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie gelöst werden. Aber mindestens ebenso oft existiert eine Lösung längst, und mangels Notwendigkeit wurde sie nur nicht eingesetzt. Oder sie wird erst gefunden, wenn die Katastrophe bereits eingetreten ist.
guddewie 06.10.2019
5. Tja
Wenn man die letzten 30 Jahre, wo schon gewarnt worden ist, verpennt wird es schwierig und der Strohhalm immer dünner
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