Grimme Online Award Podcast mit Christian Drosten doppelt ausgezeichnet

Der NDR-Podcast des Virologen Christian Drosten hat beim Grimme Online Award in zwei Kategorien gewonnen. Der YouTuber Rezo wurde für sein Video "Die Zerstörung der CDU" erneut geehrt.
Virologe Drosten: Ganz nebenbei neue Hörergruppen für das Medium Podcast erschlossen

Virologe Drosten: Ganz nebenbei neue Hörergruppen für das Medium Podcast erschlossen

Foto: Christophe Gateau/ dpa

Der Podcast "Das Coronavirus-Update" des Berliner Virologen Christian Drosten und der NDR-Journalistin Korinna Hennig hat beim Grimme Online Award den Jury- und den Publikumspreis gewonnen. Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende Online-Publizistik und wird seit 2001 verliehen.

Begriffe wie Herdenimmunität, Reproduktionszahl und Saisonalität hätten es auch durch den Podcast in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft, teilte die Jury mit. Der Podcast demonstriere, dass auch ausführlicher Wissenschaftsjournalismus das Publikum fesseln könne. Das Format habe damit ganz nebenbei neue Hörergruppen für das Medium Podcast erschlossen. Auch in einer Abstimmung der Internet-Nutzer über alle nominierten Angebote gewann der Podcast, der sich momentan in der Sommerpause befindet.

Das Video "Die Zerstörung der CDU" von YouTuber Rezo, gewann in der Kategorie "Spezial" einen Award. Rezo hatte zuvor bereits den Nannen-Preis gewonnen. Rezo hatte in dem Video unter anderem die Klimapolitik der CDU kritisiert. Es löste auch eine Debatte über die Rolle sozialer Medien bei der Meinungsbildung und den Umgang der Parteien damit aus.

Preise für "NSU-Watch" und "RomArchive"

Zwei Preise gingen an das öffentlich-rechtliche Content-Netzwerk Funk. Zum einen würdigte die Jury das investigative Video-Reportageformat "STRG_F", das unter anderem mit Fake-Vorwürfen gegen die Moderatoren Joko und Klaas für Aufsehen gesorgt hat. Zweites Funk-Format mit Grimme Online Award 2020 wurde der "Karakaya Talk" - eine Web-Talkshow mit Esra Karakaya, die Menschen mit Migrationshintergrund ein Forum gibt.

Weitere Preise gingen etwa an das Weblog "NSU-Watch", der einst den NSU-Prozess dokumentierte. Die Journalisten und Wissenschaftler recherchieren seitdem aber weiter, unter anderem zur rechten Szene insgesamt. Mit dem "RomArchive" wurde ein Projekt prämiert, das sich ausführlich mit den Kulturen der Sinti und Roma befasst.

fek/dpa
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