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20. Dezember 2015, 14:37 Uhr

Digitales Frisieren in Photoshop

Haarige Angelegenheiten

Haare sind eine Herausforderung - jeden Morgen vor dem Spiegel, aber auch beim Bildbearbeiten mit Photoshop. Olaf Giermann vom Fotomagazin "Docma" hat einige Tipps für Digitalfriseure.

Die Grundtechniken für digitale Friseure

1. Einzelne Härchen entfernen

Während fliegende Haare bei Aufnahmen in der Natur fast schon dazugehören, wirken sie bei einer Studioaufnahme eher störend. Liegen die Haare über dem Gesicht, kommen Sie um detailliertes Retuschieren nicht herum. Zoomen Sie weit ins Bild, nutzen Sie den "Reparatur-Pinsel" mit aktivierter Option "Aufnehmen: Alle Ebenen" auf einer neuen leeren Ebene und entfernen Sie die störenden Haare, indem Sie immer wieder mit gehaltener "Alt"-Taste einen geeigneten Hautbereich auswählen und diesen über die Haare kopieren.

2. Haarkonturen bereinigen

Die zauselig abstehenden Haare entlang der Außenkonturen sind prinzipiell mit dem "Stempel" schnell entfernt. Sie haben es dabei einfacher, wenn Sie zuvor den Hintergrund mit dem "Lasso" ("Weiche Kante" 1 - 2 Pixel) auswählen und dabei die gewünschten Konturen der Frisur festlegen. Nehmen Sie dann mit gehaltener "Alt"-Taste Bereiche mit der passenden Helligkeit auf und stempeln Sie entlang der Kopfkante, um die abstehenden Haare zu entfernen.

3. Haarlücken auffüllen

An einigen Stellen des Haares scheint der Hintergrund noch durch. Diese decken Sie optional mit selbst erstellten Haarteilen ("Patches") ab. Wählen Sie dazu mit dem Lasso großzügig eine Haarsträhne in der passenden Größe aus (a), kopieren Sie diese mit "Strg/Cmd-J" auf eine eigene Ebene und verschieben Sie sie über die zu füllende Lücke (b). Passen Sie die Biegung des digitalen Haarteils mit "Bearbeiten > Transformieren > Verformen" an den Haarverlauf an (c). Mit geeigneten Patches können Sie die harten Konturen des Haares auch wieder etwas weniger künstlich gestalten.

4. Helligkeit und Übergänge

Wenn Ihr eingepasster Haar-Patch eine andere Helligkeit als die Umgebung hat (a), korrigieren Sie das mit einer Einstellungsebene "Tonwertkorrektur" (in Schnittmaske). Sollten Sie dabei Farbverschiebungen erhalten, ändern Sie die Füllmethode der Einstellungsebene auf "Luminanz" (b). Fügen Sie der Haarteil- Ebene zum Abschluss eine Ebenenmaske hinzu und maskieren Sie mit einem weichen Pinsel und schwarzer Farbe die noch harten Kanten der Patch-Ebene (c). Wiederholen Sie die Schritte 3 und 4 für die anderen Lücken im Haar.

5. Verflüssigen

Mit dem Filter "Verflüssigen" (Tastenkürzel "Strg/Cmd-Shift-X") bringen Sie die grundretuschierte Frisur nun in die endgültige Form. Fassen Sie zunächst alle Ebenen zu einer neuen Ebene zusammen, indem Sie "Strg/Cmd-Alt-Shift-E" drücken.

Wichtig sind für Sie vor allem die folgenden zwei Werkzeuge. (a) Das "Mitziehen-Werkzeug" (Taste "W") erlaubt es Ihnen sehr intuitiv, Pixelbereiche innerhalb der Pinselspitze durch Anklicken und Ziehen zu Verschieben. (b) Das "Nach-links-schieben-Werkzeug" (Taste "O") funktioniert dagegen eher wie ein Schneepflug in Großbritannien: Es schiebt die Pixel in Fahrtrichtung nach links. Dadurch können Sie mit einem einzigen Pinselstrich eine ganze Kontur nach innen oder außen schieben - je nachdem, in welche Richtung Sie das Werkzeug bewegen.

Wie weit die Pixel dabei verschoben werden, legen Sie mit dem Regler "Druck" fest (c). Für subtile Verschiebungen wählen Sie geringe Werte. Mit beiden Werkzeugen geben Sie der Frisur den nötigen Schwung oder bessern kleinere Dellen aus.

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