Hacker-Angriff auf Sony 50.000 Soundfiles von Michael Jackson gestohlen

50.000 Soundfiles des verstorbenen King of Pop: Medienberichten zufolge haben zwei britische Hacker das gesamte Werk Michael Jacksons bei einem Einbruch in Sony-Server entwendet. Die mutmaßlichen Täter sind bekannt und sollen im kommenden Jahr vor Gericht gestellt werden.
Michael Jackson: Gesammelte Werke bei Server-Einbruch entwendet?

Michael Jackson: Gesammelte Werke bei Server-Einbruch entwendet?

Foto: Phil Walter/ Getty Images

Wie britische Medien berichten, ist es zwei Hackern gelungen, sich zu einem erst 2010 für 250 Millionen Dollar vom Musik- und Elektronikkonzern Sony erworbenen Schatz Zugang zu verschaffen: Michael Jacksons Backlist. Dieser Katalog umfasst demnach sämtliche Titel und Sounddateien, die der Künstler jemals produziert hat, insgesamt an die 50.000 - darunter viele bis heute unveröffentlichte Stücke .

Der Datenklau liegt schon eine Weile zurück und wurde erst Wochen nach der Hack-Attacke entdeckt, die sich im April 2011 gegen das Sony Playstation Network (PSN) gerichtet hatte. Damals musste Sony nach wochenlangen Ausfällen eingestehen, "nicht befugte" Personen hätten sich Zugriff auf persönliche Informationen von 77 Millionen PSN-Kunden verschafft, darunter Namen, Adressen, Telefonnummern und Passwörter. Nur wenig später hatten sich weitere Angriffe gegen Sony Music Japan und den Online-Store von Sony Ericsson gerichtet.

Allem Anschein nach konnten die beiden Hacker, zwei Briten im Alter von 25 und 26 Jahren, zur gleichen Zeit das Jackson-Datenmaterial herunterladen. Im Mai waren sie unter dem Vorwurf entsprechender Verstöße verhaftet worden. Am Freitag erschienen sie im Rahmen eines Haftprüfungstermins vor einem Gericht in Leicester und wurden gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Der Prozess wegen Computermissbrauchs und Urheberrechtsverletzung wurde für den kommenden Januar anberaumt.

"Alles, was Sony vom Eigentum Michael Jacksons gekauft hat, war betroffen", wird eine ungenannte Quelle zitiert. "Daraufhin mussten sie ihre Systeme überprüfen und fanden die Lücke, die ziemlich raffiniert war. Sony konnte die Schwachstelle identifizieren und das Loch stopfen." "Cnet" zufolge waren unter den geklauten Songs auch Kollaborationen Jacksons mit anderen Künstlern, darunter will.i.am von den Black Eyed Peas und Queen-Sänger Freddy Mercury.

Ob die illegalerweise heruntergeladenen Songs jemals andernorts im Internet aufgetaucht sind - zum Beispiel auf Tauschbörsen  - war kein Thema. Sony habe jeden Kommentar verweigert.

meu
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.