Hackerangriff Adobe korrigiert Zahl betroffener Kunden auf 38 Millionen

Angreifer sollen an Daten von knapp drei Millionen Adobe-Kunden gekommen sein, hieß es Anfang Oktober. Jetzt wird klar: Es waren mehr als zwölfmal so viele. Die Firma spricht von 38 Millionen betroffenen Nutzern.
Adobe-Website (Screenshot): Auch veraltete Nutzerkonten waren dabei

Adobe-Website (Screenshot): Auch veraltete Nutzerkonten waren dabei

New York - Der großangelegte Hacker-Angriff auf den Software-Anbieter Adobe war viel schlimmer als ursprünglich bekannt. Während es vor wenigen Wochen noch hieß, 2,9 Millionen Kunden seien betroffen, räumte das Unternehmen nun ein: Die Angreifer konnten Daten von 38 Millionen Kunden erbeuten. Laut Adobe geht es dabei um Benutzernamen und verschlüsselte Passwörter. Man habe die Nutzer informiert und die Passwörter zurückgesetzt. Bisher seien keine unberechtigten Zugriffe auf die betroffenen Konten festgestellt worden.

Die Angreifer haben nicht nur auf die Kundendaten, sondern auch auf den Quellcode mehrerer Programme zugegriffen. Darunter seien das bekannte PDF-Programm Adobe Acrobat und - wie jetzt bekannt wurde - auch Teile der Bildbearbeitung Photoshop.

Unter den 38 Millionen Datensätzen seien auch nicht mehr genutzte und ungültige Benutzernamen gewesen, erklärte Adobe der "New York Times" . Angaben dazu, wie viele noch aktive Nutzerkonten betroffen waren, gab es nicht. Bei der ersten Zahl von 2,9 Millionen Kunden ging es auch um verschlüsselte Kreditkarten-Informationen. Adobe gehe aber nicht davon aus, dass auch unverschlüsselte Zahlungsinformationen gestohlen worden seien, hieß es.

IT-Sicherheitsexperte Brian Krebs schreibt in seinem Blog, es könnte auch noch schlimmer kommen. Unbekannte hätten im Internet eine Datei mit 150 Millionen angeblichen Benutzernamen und verschlüsselten Passwörtern von Adobe-Kunden veröffentlicht, schreibt er in seinem Blog . Es sei nicht sicher, ob die Daten authentisch seien, sie scheinen aber aus der gleichen Quelle zu stammen wie andere bei Adobe erbeutete Informationen. Auch Teile des Photoshop-Software-Codes seien im Netz veröffentlicht worden, so Krebs.

juh/dpa