Taiwan Hacker sollen zwei Millionen Euro aus Geldautomaten gezogen haben

Bei einem mutmaßlichen Hackerangriff auf mehrere Geldautomaten in Taiwan sollen Unbekannte rund zwei Millionen Euro erbeutet haben. Offenbar sind Geräte des Herstellers Wincor Nixdorf betroffen.

Hochhaus Taipei 101 in Taipeh
REUTERS

Hochhaus Taipei 101 in Taipeh


Nach einem mutmaßlichen Hackerangriff haben drei Großbanken in Taiwan Geldautomaten des deutschen Herstellers Wincor Nixdorf vorsichtshalber außer Betrieb genommen.

Aus den Automaten bei der First Bank hatten zwei Unbekannte 70 Millionen Taiwan-Dollar (zwei Millionen Euro) gezogen. Laut "China Post Taiwan" sollen die Verdächtigen über das Wochenende 34 Geldautomaten in Taipei und Taichung manipuliert haben. Dabei seien sie nicht von den Überwachungskameras aufgenommen worden.

Ein Mann soll sich laut dem Bericht nach Russland abgesetzt haben. Ein weiterer taiwanischer Verdächtiger wird dem Bericht zufolge noch im Land vermutet. Bei einem dritten Tatbeteiligten, der in einem Fluchtauto gewartet haben soll, sind Nationalität und Aufenthaltsort unbekannt. Es sei der erste bekannt gewordene Fall eines derart gehackten Geldautomaten in Taiwan, heißt es.

Einsatz von Schadsoftware vermutet

Die Bank hatte den Diebstahl am Montag entdeckt und der Polizei gemeldet, sagte Manager Yeh Chung-huei. Erste Ermittlungen deuteten auf den Einsatz von Schadsoftware hin. "Wir haben uns entschieden, die Automaten nicht wieder in Betrieb zu setzen", sagte Yeh. Die First Bank betreibe insgesamt 300 Wincor-Automaten. Weil das Geld nicht von einzelnen Konten abgehoben wurde, sei den Kunden der Bank kein Schaden entstanden, berichtet "China Post Taiwan" weiter.

Auch andere taiwanische Banken zeigten sich alarmiert. Die Chang Hwa Bank bestätigte, sie habe einige Wincor-Geldautomaten außer Betrieb gesetzt, ebenso wie die staatliche Chunghwa Post.

Nach Angaben der Finanzaufsichtsbehörde betreiben insgesamt 21 Banken in Taiwan knapp 5000 Geldautomaten von Wincor Nixdorf. Das Unternehmen aus Paderborn, das kurz vor dem Zusammenschluss mit dem amerikanischen Rivalen Diebold steht, gehört zu den drei führenden Geldautomatenherstellern der Welt.

brt/Reuters

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