Dateneinbruch Hacker stehlen 1,5 Millionen Kreditkartennummern

Erst auf öffentlichen Druck hin gab es eine offizielle Stellungnahme: Aus den Datenbanken eines US-Abrechnungsdienstleisters sind Daten von mehr als einer Million Kreditkarten entwendet worden. Das Unternehmen versucht, den Vorgang herunterzuspielen.
Kreditkarten: In Datenform ein beliebtes Ziel von Internetkriminellen

Kreditkarten: In Datenform ein beliebtes Ziel von Internetkriminellen

Foto: DENIS CHARLET/ AFP

Atlanta/Hamburg - Unbekannte haben aus den Servern des Abrechnungsdienstleisters Global Payments offenbar Daten von mehr als einer Million Kreditkarten gestohlen. Das erklärte das US-Unternehmen am späten Sonntag in Atlanta. In ihrer Erklärung wiegelt die Firma allerdings ab, versucht den Schaden herunterzuspielen, indem sie sagt: "Weniger als 1.500.000 Kreditkartendaten sind exportiert worden. " Eine schöne Umschreibung für die Feststellung, dass die Daten gestohlen wurden.

Immerhin: Die Namen der betroffenen Kunden sowie deren Sozialversicherungsnummern und Adressen seien nicht abhanden gekommen, heißt es in der Erklärung weiter. Deutsche Kreditkartennutzer gehören nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu den Opfern: Beim Einbruch in die Computersysteme des Zahlungsdienstleisters sind nach Firmenangaben ausschließlich die Daten nordamerikanischer Kunden gestohlen worden.

In seiner Darstellung der Vorgänge überschlägt sich Global Payments allerdings in inhaltsleeren Worthülsen. "Wir machen große Fortschritte dabei, dieses Thema zu einem Ende zu bringen", sagte etwa Global-Payments-Chef Paul Garcia in der Mitteilung. Auch würden sich "die fast 4000 Mitarbeiter rund um die Welt darauf konzentrieren, herausragende Dienste anzubieten."

Überdies habe das Unternehmen neben den Strafverfolgungsbehörden auch private Sicherheitsfirmen eingeschaltet, um die Hacker zu entlarven und die Sicherheitslecks im eigenen System zu stopfen. Die großen Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard haben ihre Kunden aufgerufen, ihre Abrechnungen genau zu überprüfen und verdächtige Transaktionen zu melden. Kreditkartenkunden sind vor Betrug geschützt.

Der Einbruch hatte bereits Anfang März stattgefunden, wie Global Payments allerdings erst am Freitag eingestanden hatte. Zuvor hatte der Sicherheitsexperte Brian Krebs in seinem Blog  spekuliert, dass Global Payments mehrere Millionen Kreditkartendatensätze abhanden gekommen seien.

Das Unternehmen ist ein Glied in der langen Kette des bargeldlosen Bezahlens. Es dient als Mittler zwischen Einzelhändlern und Banken, die Kunden bekommen davon aber nichts mit. Das Kreditkartenunternehmen Visa hat Global Payments nach Bekanntwerden des Dateneinbruchs von seiner Liste zertifizierter Dienstleister entfernt . Die Aktie von Global Payments war nach Bekanntwerden des Hackerangriffs an der Wall Street um neun Prozent abgestürzt.

mak/dpa