FBI ermittelt Hacker stellen unveröffentlichte Sony-Filme ins Netz

Hacker haben bei Sony Pictures mindestens fünf neue Filme entwendet und über eine Filesharing-Plattform zugänglich gemacht. Jetzt ermittelt die amerikanische Bundespolizei.

Filmszene aus "Fury": In Deutschland startet der Film unter dem Titel "Herz aus Stahl" erst am 1. Januar 2015
AP/ DPA/ Sony Pictures

Filmszene aus "Fury": In Deutschland startet der Film unter dem Titel "Herz aus Stahl" erst am 1. Januar 2015


Die Hacker-Gruppe "Guardians of Peace" (GOP) hat ihre Drohung wahr gemacht und bislang geheime Daten aus Sonys Firmencomputern ins Netz gestellt. Darunter sind mindestens fünf neue Filme von Sony Pictures Entertainment (SEP), vier davon bislang unveröffentlicht. Sie sind in den letzten Stunden auf Filesharing-Plattformen aufgetaucht und können damit von allen Internetnutzern heruntergeladen werden. Bei den Dateien handelt es sich offenbar um Kopien sogenannter DVD-Screener: DVDs, die zum Beispiel Prüfkomitees zur Alterseinstufung oder Preisvergabe vorgelegt werden.

Laut "Variety" geht es um die Filme "Annie", "Fury", "Mr. Turner", "Still Alice" und "To Write Love on Her Arms". "Annie" zum Beispiel soll in Deutschland erst am 25. Dezember 2014 anlaufen. Über 200.000 Mal, so die Antipiraterie-Firma Excipio, sei der Film aber mittlerweile schon heruntergeladen worden. Der Kriegsfilm "Fury" ("Herz aus Stahl") sei seit dem Leak sogar schon mehr als eine Million Mal heruntergeladen worden. Offizieller Filmstart in Deutschland: 1. Januar 2015.

Angeblich eine Datenmenge von 11.000 Gigabyte erbeutet

Der Hacker-Angriff auf das Sony-Studio wurde offenbar spektakulär inszeniert. Ein Screenshot macht derzeit im Netz die Runde, mit einem Bild, das angeblich am 24. November auf den Monitoren des Unternehmens erschien. Darauf ist ein Skelett zu sehen und ein Erpresserbrief in holprigem Englisch: "Gehackt von #GOP / Warnung: Wir haben Euch gewarnt - und das ist erst der Anfang. Wir machen weiter, bis unsere Forderungen erfüllt sind. Wir haben all Eure internen Daten erbeutet, inklusive Eurer Geheimnisse. Wenn Ihr uns nicht gehorcht, werden wir die unten stehenden Daten der Welt zugänglich machen. Entscheidet selbst, was Ihr bis zum 24. November, 23 Uhr, tun werdet."

Wer sich hinter den selbsternannten "Guardians of Peace" verbirgt und was ihre Absichten sind, bleibt weiterhin unklar. Auch, welche Daten tatsächlich abhandengekommen sind: Angeblich erbeutete die Hackergruppe bis zu 11.000 Gigabyte, eine riesige Datenmenge. Bislang haben der oder die Hacker eine Datei mit zwei langen Textlisten veröffentlicht. Man kann in den meisten Fällen nur raten, was sich dahinter verbirgt. "Ars Technica", "Torrentfreak" und einige Nutzer bei "Reddit" haben sich an einer Aufstellung der gestohlenen Dateien versucht.

Derweil hat SEP eine Datenforensik-Firma mit der Analyse des Einbruchs eingeschaltet. Auch das FBI ermittele, heißt es bei "Reuters". Eine Stellungnahme zum Ausmaß des Schadens und der Ermittlungen steht derzeit noch aus. "NBC News" zitiert allerdings eine Sony-Sprecherin, es handele sich um eine Straftat, und man arbeite deshalb in dieser Sache eng mit den Strafverfolgern zusammen.

kno



insgesamt 23 Beiträge
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c.PAF 01.12.2014
1.
11.000GB sind doch gerade nur 11TB. Eine Festplatte mit 1TB ist doch auch so schon ruckzuck voll, ohne daß man Filme runterlädt. So eine Platte kostet neu irgendwas um die 45.-, also ist nicht einmal ein wesentlicher finanzieller Aufwand dabei. Wo also ist die gigantische Datenmenge? Oder meinten Sie 11.000TB, das wäre in der Tat gigantisch. Aber das halte ich für sehr unwahrscheinlich...
pommbaer84 01.12.2014
2. Sensible Daten ?
Auf einem Server mit Internetanbindung? Da sind die doch selbst schuld. Solche Daten gehören auf eine Netzwerkebene ohne Internetzugang. Das ist nichts neues und auch nicht schwer.
bauerbob 01.12.2014
3. Späte Rache?
Wer sich fragt, warum ausgerechnet Sony, vielleicht aus Rache. Sony hat einiges auf dem Kerbholz, man denke z.B. an die Trojaner auf Musik-CDs, die als Kopierschutz gedacht waren. Das ist allerdings schon ein paar Jahre her. Ob sich daran noch jemand erinnert?
bauerbob 01.12.2014
4. Späte Rache?
Wer sich fragt, warum ausgerechnet Sony, vielleicht aus Rache. Sony hat einiges auf dem Kerbholz, man denke z.B. an die Trojaner auf Musik-CDs, die als Kopierschutz gedacht waren. Das ist allerdings schon ein paar Jahre her. Ob sich daran noch jemand erinnert?
sikasuu 01.12.2014
5. So lange
... mit Gefängnissstrafen bis in die Vostandsebene hinauf, ist es Blödsinn, Firmen, usw. srensibele persönlich Daten an zu vertrauen. . Auch wenn millionen Nutzer a"sozialer Netzwerke" da anderer Meinung zu sein scheinen. . Wenn eine "Klitsche" Daten verliert, kann man das vielleicht verstehen, ein "Freizeitadmin" kann nur schwer auf der höhe der Technik sein, bei solchen Groß-Firmen, wie o.a. wo man-power und wissen vorhanden sein müssen, ist das wohl auf falsche Konzepte, bzw. auf bwl (unsere IT muss sparsam sein) zurück zu führen. . Beides schwere Kunstfehler! Wenn dann auch noch Kundendaten abhanden kommen.... siehe OBEN!
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