Hilfsbereitschaft auf Twitter Liebe Leserin, lieber Leser,

Foto: SPIEGEL ONLINE

besinnlich ist der Debattenton auf Twitter nicht gerade. Aber neben Gehässigkeit und Geschrei finden sich in dem Netzwerk auch jede Menge Liebe, Solidarität, Anteilnahme und Großherzigkeit.

Unter dem Schlagwort #EineSorgeWeniger etwa organisiert der gleichnamige Account  unbürokratische Hilfe für Menschen mit finanziellen Nöten. Das ganze Jahr über helfen hier Nutzer anderen Nutzern, etwa mit Gutscheinen für den Supermarkt, mit Haushaltsgegenständen oder dringend benötigten Kleidungsstücken. Vor Weihnachten werden besondere Wünsche erfüllt, vom Besuch im Vergnügungspark bis zum Weihnachtsbaum oder zum Festessen, das Twitterer als sogenannte #Bratenpaten  anderen Nutzern spendieren.

Foto: Simon Ritzmann/ Getty Images

Unter den Hashtags #wish2hand  und #fairschenken  wechseln hingegen Dinge den Besitzer, die von den einen ersehnt und den anderen nicht mehr gebraucht werden, sei es eine Geige, Bücher oder warme Kinderkleidung. Natürlich passt und klappt das nicht immer, aber wer auf Twitter einen Wunsch äußert, hat zumindest die Chance, von irgendwem erhört zu werden. Mit dieser Hoffnung posten Nutzer auch unter dem Hashtag #Wunschnachten  Bestell-Listen mit ihren Wünschen - auf dass vielleicht der eine oder andere in Erfüllung gehen mag. Und wer Weihnachten allein ist und das nicht sein möchte, der kann sich über #KeinerBleibtAllein auch Gesellschaft wünschen .

Selbst wenn es nicht klappt mit dem Wünschen und Schenken oder dem gemeinsamen Feiern: Zumindest zeigt sich, dass Twitter keinesfalls nur das verbale Schlachtfeld ist, als das es oft dargestellt wird. Sondern auch ein Ort des guten Willens.

Seltsame Digitalwelt: Zurück zum Telefon

Eine Anekdote von Martin U. Müller

Foto: Sebastian Geisler/ imago images

Gerade in der digitalen Welt kann Fortschritt bisweilen auch bedeuten, alte Probleme gegen neue einzutauschen. So ist es bei ShareNow, dem Carsharing-Joint-Venture von BMW und Daimler, zuvor besser bekannt unter den Marken DriveNow und Car2Go.

Wollte man bei Car2Go vor der Fusion einen Kratzer oder eine Beule melden, die ein Vormieter hinterlassen hat, ging das bequem per App. Die Funktion ist nun modernisiert worden, und zwar so: Man muss anrufen. Zunächst wird der Kunde dabei mehrere Minuten wartegeschleift. Dann erarbeitet die Callcenter-Mitarbeiterin umständlich, um welche Anmietung es sich handeln könnte. Nach rund zehn Minuten ist der Schaden registriert - zuvor dauerte das ein paar Sekunden.

Ein Sprecher von ShareNow bestätigt den Rückschritt: "Im Zuge der Entwicklung der neuen App haben wir beschlossen, die Funktion zur Schadensmeldung zunächst einmal außen vor zu lassen." Sie komme aber "in einem neuen Design" und verbunden "mit einem vereinfachten Prozess" im neuen Jahr wieder. Wie viele Kunden tun sich bis dahin die Telefonmeldung an? Angeblich so viele wie vorher. Der Sprecher sagt: "Das Meldeaufkommen hat sich dadurch nicht signifikant verändert, es gibt lediglich eine Verlagerung."


App der Woche: "Playlistmania"
getestet von Tobias Kirchner

Foto: Playlistmania

Wer gern neue Musik entdeckt und vor allem Playlists erstellt, hat mit "Playlistmania" eine wunderbare App, die es ermöglicht, die eigenen Zusammenstellungen plattformunabhängig zu teilen. So können Playlists, die mit Spotify erstellt wurden, problemlos mit Nutzern eines anderen Streamingdienstes, beispielsweise Deezer, geteilt werden. "Playlistmania" sorgt unkompliziert dafür, dass die Listen passend für den jeweiligen Dienst konvertiert werden. Außerdem bietet die App die Möglichkeit, entdeckte Playlists zu speichern und dann ebenfalls umzuwandeln.

Gratis von Playlistmania: Android 


Fremdlinks: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "The Missing Crypto Queen " (Englisch, Podcast mit acht Folgen von jeweils 23 Minuten bis einer Stunde Länge): Im Umfeld von Kryptowährungen gibt es viel Lug und Trug. Das wohl krasseste Beispiel ist OneCoin, ein nur vermeintlicher Bitcoin-Konkurrent, der einem zeitgemäß inszenierten Schneeballsystem gleicht - angeblich mit Milliardenumsätzen. Jamie Bartlett macht sich in diesem BBC-Podcast auf die Spur von Dr. Ruja Ignatova. Sie war das Gesicht des Projekts, ist aber im Herbst 2017 plötzlich von der Bildfläche verwunden. Für Menschen, die lieber lesen als hören, gibt es auch einen sehr langen Text  zu Bartletts Recherche.

Ich wünsche Ihnen eine stressfreie Woche

Judith Horchert

Verlagsangebot


Foto: rawpixel on Unsplash

SPIEGEL AKADEMIE

Hochschulkurs mit Zertifikat - Cyber Security
Sichern Sie das Internet der Dinge vor Cyberattacken! Erfahren Sie hier mehr.