Netzwelt-Ticker Forscher entdecken Chip-Hintertür im Dreamliner

Die Elektronik von Boeings Highend-Jet 787 könnte von Fremden manipuliert werden, behaupten britische Forscher. Außerdem im Überblick: Norditaliens Kommunen fordern zur Freigabe von W-Lan-Anschlüssen auf, Nokias Lumia 610 ist zu schwach für "Angry Birds" und vieles mehr.
Boeing 787: Ist der Dreamliner durch Hack-Attacken verwundbar?

Boeing 787: Ist der Dreamliner durch Hack-Attacken verwundbar?

Foto: ANTHONY BOLANTE/ REUTERS

Der chinesische Mikrochip, in dem britische Sicherheitsexperten eine Funktion entdeckt haben, die nach ihrer Schilderung eine Fernsteuerung des Chips durch Dritte ermöglicht, wird offenbar auch vom Flugzeughersteller Boeing verwendet. Ausgerechnet im neuen Vorzeige-Jet, der 787 Dreamliner, sei der Prozessor verbaut, schreibt der "Guardian ".

Die auf Energieeffizienz getrimmten Chips der Typen Proasic 3 würden zur Steuerung flugkritischer Systeme verwendet, erklärt Embedded System News.com . Demnach werde der Chip in etlichen Systemen des Hightech-Fliegers genutzt, beispielsweise den Flugcomputern, der Triebwerkskontrolle und dem Bremssystem. Der Veröffentlichung der beiden Forscher zufolge könnten Unbefugte den Chip per Fernsteuerung umprogrammieren und sogar seine eigentlichen Nutzer aussperren. Wie einfach die Lücke im konkreten Anwendungsfall tatsächlich auszunutzen wäre, ist allerdings umstritten.

Der Hersteller der Chips hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert hat. Chris Woods von der Cambridge University, einer der Autoren der Veröffentlichung über die chinesischen Chips, vertritt allerdings die Ansicht, die Hintertür sei bereits in einer frühen Phase der Chipentwicklung in das Design eingebaut worden. Er bezweifelt, dass die Sicherheitslücke Teil einer von chinesischen Behörden geplanten Sabotage ist.

mak

Italienesche Erdbebenstädte rufen zur Öffnung privater W-Lan-Hotspots auf

Italiens Norden wird von Erdbeben erschüttert, die Rettungskräfte arbeiten pausenlos. Die Kommunikation ist schwierig, weil Telefon- und Handynetze teilweise zusammengebrochen sind. Nun rufen Städte und Gemeinden der betroffenen Region die Bürger auf, ihre heimischen W-Lan-Anschlüsse in freie Hotspots zu verwandeln und dafür den Passwortschutz kurzfristig aufzuheben .

Sobald der Ausnahmezustand beendet ist, sollten die Sicherheitsfunktionen der W-Lan-Router wieder aktiviert werden. Um in dieser Zeit unnötige Risiken zu vermeiden, sollten die Besitzer der Hotspots vermeiden, ihre E-Mail-Adressen einzugeben, Online-Banking zu nutzen oder überhaupt Seiten zu besuchen, die die Angabe von Username und Passwort verlangen.

Nokias Lumia 610 zu schwach für "Angry Birds" und Skype

Wie peinlich: Nokia bringt ein neues Smartphone mit Microsofts Windows Phone heraus, doch auf dem Gerät läuft das Microsoft-eigene Skype nicht. Der Grund ist einfach: das Lumia 610 ist zu schwach auf der Brust. 256 Megabyte Arbeitsspeicher machen das Handy zwar schön billig (derzeit um 220 Euro), aber leider stemmt das Betriebssystem aufwendigere Programme nicht , heißt es bei "Golem". Neben der hauseigenen Chatfunktion werden auch das beliebte Spiel "Angry Birds" und das Fußballspiel "PES2012" ausgesperrt. "Golem" merkt an, da das Lumia erst einige Tage auf dem Markt sei, müsse noch mit weiteren inkompatiblem Apps gerechnet werden.

US-Wettbewerbshüter interessieren sich für Facebooks Instagram-Kauf

Als seien die Nachrichten von der Börse für Facebook  nicht schon unerfreulich genug (am Mittwochabend deutscher Zeit lag der Kurs der Aktie unter 30 Dollar pro Stück), steht dem sozialen Netzwerk noch weiterer Ärger ins Haus. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, Facebook habe von der Federal Trade Commission (FTC) eine Anfrage nach Informationen zur Übernahme des Fotodienstes Instagram erhalten. Es soll geklärt werden, inwieweit der Kauf dem Kartellrecht entspricht . Bereits zuvor habe die Kartellbehörde Erkundigungen unter den Unternehmen im Silicon Valley eingezogen, inwieweit der Instagram-Kauf durch Facebook sie beeinträchtige.

Weder Facebook noch die FTC wollten sich auf Reuters-Anfrage zu der Sache äußern. Die Bewertungen der erneuten FTC-Anfrage fielen unterschiedlich aus. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Behörde erklärte: "Wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen einen offensichtlich übertriebenen Preis zahlt, um Konkurrenten draußen zu halten, wird das besonders genau untersucht". Ein anderer Kartellexperte betrachtete den Rummel um eine kartellrechtliche Untersuchung größer als die Sache selbst.

Auch das noch:

  • BBC verwechselt Uno-Logo mit Symbol aus "Halo".  Da hat der zuständige Bildtechniker wohl die Wirklichkeiten verwechselt. Während die Nachrichtensprecherin über die jüngsten Vorgänge in Syrien berichtete, sollten hinter ihr auf der Medienwand die Logos von Amnesty International und der Vereinten Nationen erscheinen. Im letzteren Fall misslang das, statt des gewohnt hellblauen Motivs war das Emblem des "United Nations Space Command" zu sehen, einer fiktiven Regierungsbehörde der beliebten Videospielreihe "Halo".
  • Umsatzeinbußen beim Online-Handel.  Auch im Internet gibt es Grenzen des Wachstums. Das müssen derzeit Unternehmen aus dem Bereich E-Commerce mit Unterhaltungselektronik schmerzlich erfahren. Zwar wuchs im ersten Quartal 2012 der Gesamtumsatz in diesem Marktsegment im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Prozent auf 2,24 Milliarden Euro. Der Online-Anteil sank aber von 18,4 auf 17,5 Prozent. Das bedeutet einen Rückgang um 17 Millionen auf 392 Millionen Euro. Grund sei die Umstellung auf digitale Satellitentechnik zum 30. April 2012, die verunsicherte Kunden verstärkt bei Fachhändlern habe nachfragen lassen. Dies sei aber ein einmaliger Effekt, so die GfK-Marktforschung.

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