Gadgets bei Hitze Nein, Ihr Smartphone verträgt kein Sonnenbad

Viele Menschen leiden unter allzu hohen Temperaturen. Doch auch für Handys und Laptops ist die Hitze eine Belastung. Mit diesen Tipps überstehen Ihre Geräte den Sommer.

Ein Handy direkt im Sand und im Sonnenlicht - beides ist keine gute Idee
Getty Images/ iStockphoto

Ein Handy direkt im Sand und im Sonnenlicht - beides ist keine gute Idee


Smartphones, Notebooks, Tablets, Spielkonsolen: Es gibt viele elektronische Geräte, die sich im Betrieb zum Teil stark erwärmen, ganz unabhängig von der Jahreszeit. Man könnte also meinen, dass so ein bisschen Sommerhitze obendrauf auch keinen großen Unterschied mehr macht.

Aber weit gefehlt: Die Umgebungstemperatur heizt die Betriebstemperatur von Geräten zusätzlich an, warnt zum Beispiel das Fachmagazin "Connect". Das kann zu Schäden führen - und im schlimmsten Fall dazu, dass Sie noch diesen Sommer ein Ersatzgerät brauchen. Es empfiehlt sich daher, zumindest einige Ratschläge zum Einsatz von Gadgets bei Hitze zu beherzigen.

Zunächst einmal ist es wichtig, Geräte wie Telefone oder Notebooks keiner direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen, sie also vor allem nicht in der prallen Sonne liegen zu lassen. Besonders gefährdet sind Geräte mit schwarzen Gehäusen, weil sich diese extrem aufheizen.

Der Aufheizeffekt lässt sich schon deutlich abschwächen, wenn das Smartphone etwa draußen beim Musikhören einfach in der Tasche bleibt oder wenn es am Strand und im Freibad zum Beispiel mit einem (trockenen) Handtuch abgedeckt wird.

Bei manchen Gadgets wird auch explizit vor einem Einsatz mit direkter Sonneneinstrahlung gewarnt, etwa bei der Virtual-Reality-Brille Oculus Quest, bei der man durch zwei große Linsen aufs ins Headset verbaute Display schaut. Das Display könnte Schaden nehmen, wenn Sonnenlicht durch die Linsen fällt.

Fotostrecke

4  Bilder
Hochsommer: Diese Apps helfen bei Hitze

Gadgets raus aus dem Auto

Keinesfalls sollte man elektronische Geräte im Sommer im Auto liegen lassen, da es im Innenraum bei Sonneneinstrahlung enorm heiß wird. Wer nicht umhin kommt, sie im Wagen zu lassen, sollte sie dort ablegen, wo die Hitze im Vergleich weniger stark ist - das ist bei vielen Autos im Kofferraum der Fall.

Direkt hinter der Windschutzscheibe auf dem Armaturenbrett kann es dagegen so heiß werden, dass Kunststoffgehäuse schmelzen. Navis, die meist genau an dieser Stelle angebracht werden, bringt man beim Parken also besser in Sicherheit. Für Geräte wie Handys, Tablets und E-Book-Reader drohen bei Oberflächentemperaturen von bis zu 70 Grad irreparable Schäden, genauso für Digitalkameras und Laptops. Wer extrem aufgeheizte Geräte anfasst, riskiert außerdem Verbrennungen.

Nicht nur im Auto, sondern auch daheim oder im Büro gilt, dass technische Geräte nicht direkt hinter einer Scheibe der Sonne ausgesetzt werden sollten. Sowohl hier als auch im Auto muss man bedenken, dass die Sonne wandert.

Ein Problem für Displays und Akkus

Direkte Sonneneinstrahlung schadet vor allem Displays: Die hohen Temperaturen können die Flüssigkristalle in der Anzeige verändern und so zu Fehlfunktionen führen. Hitze macht aber auch Akkus zu schaffen, sie entladen sich dann schneller selbst und altern dadurch auch schneller.

Ist ein Gerät aus Versehen doch einmal hinter der Windschutzscheibe oder auf einer Fensterbank aufgeheizt worden, schaltet man es am besten erst einmal aus. Manche Mobilgeräte fahren auch selbst herunter, wenn sie eine bestimmte Maximaltemperatur erreicht haben - die Sensoren im Smartphone funktionieren aber nicht immer korrekt.

Ist ein Gerät aus der Hitze geholt, ist langsames Abkühlen angesagt. Das bedeutet: Einfach bei Raumtemperatur abwarten. Denn der Versuch, das Abkühlen zu beschleunigen, kann unter Umständen zu noch größeren Schäden führen, wenn sich aufgrund zu großer Temperaturunterschiede Kondenswasser bildet, warnen die Experten von "Connect". Der Kühlschrank als schneller Abkühlort ist deshalb tabu.

Grundsätzlich sind wenige Geräte auf den Betrieb bei extremer Hitze ausgelegt. Apple beispielsweise rät dazu, iOS-Geräte nur bei Temperaturen von 0 bis 35 Grad Celsius zu verwenden. Andere Hersteller geben Werte von bis zu 50 Grad an.

mbö/dpa/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sikasuu 25.06.2019
1. Betrieb von +5 bis + 30-40°C max., steht in den meisten Anleitungen!
Da ist Sonne, Frost & das wurde noch vergessen SAND (der kommt überall rein) ein absolutes NOGO. . Es sei denn man hat ein "Outdoor" Gerät, IP64/Mil 81 oder besser. Dann kommt man meist von -15 bis + 55-60°C klar. Aber auch da ist pralle Sonne "nicht so prall!" . Wer man mal Sonne satt erlebt hat, dann ins Auto stieg & das Lenkrad nur noch mit Handschuhen anfassen konnte, wenn das Innenthermometer den 60°C Punkt weit hinter sich lies, weis das:-) . Gibt also Zeiten, da kann man nicht mit "Gadets" in der Hand "Image" schienden, es sei denn man/Frau legt wert auf Funktion & nicht auf Image. . Überraschend dabei ist, das "harte Teile" fast genau so viel Kosten, wie die "Image-Spielzeuge"!
ancoats 25.06.2019
2.
Zumindest mein Notebook wird im (nur schwach klimatisierten) Büro bei diesen Temperaturen auf der Unterseite richtig heiß, und der Lüfter läuft praktisch Amok - Tipp vom hauseigenen IT-Bengel: entweder auf einer Unterlage arbeiten, die nicht noch zusätzlich "wärmt" (also Holz etc.), sondern z.B. auf einer Glasplatte. Oder noch besser: dat Ding auf irgendwas aufbocken, damit unten Luft zirkulieren kann. Mein Hirn arbeitet übrigens auch nur bei 18-(max. 25) Grad einwandfrei, aber das interessiert die zumindest überhaupt nicht ;-)))
Nonvaio01 25.06.2019
3. sorry aber was sind das denn fuer tips?
das ist common sense, einen Tip habe ich da nicht gesehen. Und wer Electronic sachen im Auto auf dem Amaturenbereich liegen hat, der braucht sich um Hitze keine sorgen zu machen, denn die teile sind laengst weg bis der besitzter wiederkommt.
shardan 25.06.2019
4. Halbherzig
Na, ein paar Sachen lässt der Artikel schlicht liegen. Ein Notebook und die meisten Smartphones und eBooks haben am Strand nichts zu suchen. Nicht nur Sonne, auch Sand ist ein Killer für solche Geräte. Noch ein kleiner Tipp für Notebooks und PC's: Die Kühlkörper und Lüfter setzen sich im Laufe der Zeit mit Staub zu. Eine Reinigung beim Fachmann wirkt mitunter Wunder. Bitte nicht selbst mit dem Staubsauger oder Druckluft drangehen, damit verursacht man leicht Schäden.
PhysikerTeilchen 25.06.2019
5. Sonnenbrillen sind auch betroffen!
Ich hatte schon zwei Sonnenbrillen in meiner Glaeserstaerke, die ich im Auto vor direkter Sonneneinstrahlung geschuetzt unterm Armaturenbrett gelagert habe. Beide waren nach Hitzewellen letzten Sommer unbrauchbar. Die Anti-Spiegelungs-Beschichtung hat sich auf eine Weise zersetzt, die den Blick durch die Glaeser verschwimmen lies. Einmal wurde mir die Brille kostenlos ersetzt, weil auch der Optiker der Meinung war, dass es eigentlich ueblich ist, Sonnenbrillen im Auto zu lassen, aber beim zweiten Mal hatte ich dann kein Glueck mehr.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.