Harte Konkurrenz durch Facebook Holtzbrinck verkauft VZ-Netzwerke

Der Holtzbrinck-Verlag hat Poolworks, die Betreiberfirma von StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ, an die Investmentfirma Vert Capital verkauft. Sie will die Plattformen weiter betreiben. Die VZ-Netzwerke verlieren in hohem Tempo Nutzer - vor allem an Facebook.
StudiVZ: Holtzbrinck verkauft Poolworks

StudiVZ: Holtzbrinck verkauft Poolworks

Hamburg - Holtzbrinck Digital hat mit der Investmentgesellschaft Vert Capital einen Abnehmer für die angeschlagenen VZ-Netzwerke gefunden. Wie das Unternehmen mitteilte, erwirbt Vert Capital sämtliche Anteile an Poolworks. Unter diesem Namen waren die sozialen Netzwerke Anfang Juli zusammengefasst worden.

Damals war von einem "Befreiungsschlag" die Rede. Tatsächlich sah alles schon im Juni mehr nach geordnetem Rückzug aus: Entwickler wurden in eine andere Holtzbrinck-Firma ausgelagert, Mitarbeiter entlassen. "Mit Poolworks in die Zukunft", so warben die VZ-Netzwerke damals trotzig. Angesichts ständig sinkender Nutzerzahlen verlor Holtzbrinck aber offenbar die Lust an der gescheiterten Facebook-Alternative.

Vert Capital will die Plattformen offenbar weiter betreiben. Holtzbrinck Digital verabschiedet sich nicht vollständig von den VZ-Netzwerken: Für SchülerVZ soll eine Nutzungsoption behalten werden.

Für StudiVZ und MeinVZ ergebe sich nun eine "interessante internationale Perspektive", so der Geschäftsführer von Holtzbrinck Digital, Markus Schunk, in der Mitteilung. Mit einer Expansion in weitere Länder hat StudiVZ bisher keine guten Erfahrungen gemacht: Die ambitionierten Pläne scheiterten. Den Abstieg der VZ-Netzwerke in der Nutzergunst zeigt die untenstehende Infografik von Statista .

Holtzbrinck hatte StudiVZ im Jahr 2007 für angeblich 85 Millionen Euro gekauft. Verhandlungen mit Facebook über eine Übernahme von StudiVZ, womöglich im Gegenzug für eine Beteiligung, hatte der Holtzbrinck-Konzern ausgeschlagen.

Nach Informationen von "W&V Online" soll Vert Capital auch das britische Kindernetzwerk Bebo gehören. Das hatte AOL im Jahr 2008 für 850 Millionen Dollar übernommen und zwei Jahre später für einen Bruchteil der Summe wieder abgestoßen, damals an den Finanzinvestor Criterion Capital Partners.

Weniger Zugriffe: Der Abstieg der VZ-Netzwerke

Weniger Zugriffe: Der Abstieg der VZ-Netzwerke

Foto: Statista
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