Netztipps zum Wochenende Hier tanzen die Emojis

Im Spiel "Dino Bash" kämpfen Saurier gegen Neandertaler, Arte zeigt einen Klassiker des DDR-Kinos - und eine schwedische Indie-Band lässt Emojis tanzen. Fünf Gratisangebote aus dem Netz.

1. Kurzfilm "Hyper Reality": Albtraum Datenbrille

Digital wird real: Science-Fiction über erweiterte Realität

Digital wird real: Science-Fiction über erweiterte Realität

Foto: Vimeo/ Keiichi Matsuda

In der Welt von "Hyper Reality"  muss man sein Smartphone nicht mehr aus der Tasche holen, um Nachrichten zu checken. Jeder Nutzer hat seine Apps immer vor Augen - und zwar in Form von virtuellen Bildern, die in die Umgebung projiziert werden.

Die Technologie heißt "Augmented Reality", erste Schritte dahin machen zum Beispiel Datenbrillen wie Microsofts "Hololens" oder "Google Glass". Im Science-Fiction-Film ist aus dieser erweiterten Realität ein Albtraum geworden.

Die Einkaufstour im Supermarkt wird zu einem Feuerwerk aus Pop-up-Fenstern. Unter den Bananen fordert ein virtuelles Banner "Bleib gesund!", der Joghurt adressiert die Käuferin mit dem Slogan: "Du Schöne!". Wer keine Fitness-Punkte verlieren will, muss gesund einkaufen.

Zwar kritisiert der Film Kommerz und Selbstoptimierung - einfach nur Angst verbreiten will er aber nicht. Schließlich wimmelt es in "Hyper Reality" nur so vor Details, die zum Staunen einladen: Überm Kühlregal schwebt eine virtuelle Kuh, die Hauptfigur bekommt Anrufe vom "Inspiration Guru", am Himmel miaut eine Hologramm-Katze.

2. DDR-Kino: "Goya - oder der arge Weg der Erkenntnis"

Historienfilm von 1971: Donatas Banionis als Francisco de Goya

Historienfilm von 1971: Donatas Banionis als Francisco de Goya

Foto: Arte

In der Arte-Mediathek gibt es gerade einen Kinofilm über den spanischen Maler Francisco de Goya zu sehen. Das zweistündige Epos wurde in den frühen Siebzigerjahren vom DDR-Filmunternehmen Defa produziert. Im Film erlebt Goya als Hofmaler die Pracht des Königshauses - und muss mit ansehen, wie die Kirche vermeintliche Ketzer zu Zwangsarbeit verurteilt.

Goyas Spagat zwischen Volk und Adel zeigt eine Schlüsselszene am Anfang des Films: Der Maler hat sich für einen Empfang am Königshof schick gemacht. Mit Perücke, Rüschenhemd und Säbel stolziert er durchs Atelier, wo sein Gehilfe Agustin im fleckigen Kittel ein Bild fertig pinselt. "Du siehst aus wie der erste Liebhaber der Königin", spottet Agustin. Und Goya kontert: "Nicht mal Pferdeärsche malen kannst du."

Der Film nach dem Roman von Lion Feuchtwanger beeindruckt durch aufwendige Kostüme und Originalgemälde aus dem 18. und 19. Jahrhundert. "Goya - oder der arge Weg der Erkenntnis" ist bis 28. August in der Mediathek abrufbar .

3. Musik im Snapchat-Style: "What You Talking About?"

Single von "Peter Bjorn and John": Musikvideo für Social-Media-Freaks

Single von "Peter Bjorn and John": Musikvideo für Social-Media-Freaks

Foto: Vimeo/ A Nice Idea Every Day

Dieses Musikvideo wird Social-Media-Freaks begeistern: Für die Single "What You Talking About?"  hat sich die schwedische Indie-Band "Peter Bjorn and John" von Emojis und Snapchat-Filtern inspirieren lassen.

Als Erstes fällt das fürs Foto-Netzwerk "Instagram" typische Bildformat ins Auge: Das Musikvideo ist quadratisch. Auch die Tänzer sind ein Blickfang, ihre Gesichter sind mit Emoji-Filtern versehen. Der Songtext wird in Form von Snapchat-Textzeilen eingeblendet. An einer Stelle ist sogar ein Hinweis auf Microsofts "How Old Robot"  versteckt, der mittels künstlicher Intelligenz das Alter fotografierter Personen schätzt.

Die Single gehört zum neuen Album "Breakin' Point" , das am 10. Juni erscheint. Drei Lieder aus dem Album gibt es schon jetzt kostenlos auf YouTube zu hören . Der wohl bekannteste Song von "Peter Bjorn and John" ist "Young Folks" aus dem Jahr 2006 .

4. "Dino Bash": Neandertaler vs. T-Rex

Tower-Defense für Einsteiger: Spielszene mit blauem Triceratops

Tower-Defense für Einsteiger: Spielszene mit blauem Triceratops

Foto: Game Alliance

Urmenschen und Urechsen sind sich niemals begegnet - im Spiel "Dino Bash" für iOS  und Android  kämpfen sie gegeneinander. Der Spieler schickt Dinosaurier wie Raptoren oder einen T-Rex in den Kampf gegen Neandertaler. Die wollen mit Knochenkeulen und Fackeln ein rosa geflecktes Dino-Ei zerstören. Wenn sie das Ei knacken, ist die Runde vorbei.

"Dino Bash" ist ein guter Einstieg für alle, die noch nicht viele Tower-Defense-Spiele ausprobiert haben. Die Dinos mit dem treudoofen Blick will man am liebsten knuddeln. Die ersten der insgesamt 100 farbenfrohen Level sind leicht zu gewinnen.

Zwar nervt die App mit Hinweisen auf optionale In-App-Käufe - mit etwas Geduld lässt sich das Spiel aber auch ohne kostenpflichtige Power-ups bestreiten. Ein ähnliches Spielprinzip mit mehr Taktik bietet die Gratis-App "Kingdom Rush" .

5. Grusel-Soundmaschine für den Browser

Screenshot von scribble.audio: Eigene Loops im Browser erstellen

Screenshot von scribble.audio: Eigene Loops im Browser erstellen

Foto: Kyle Stetz/ scribble.audio

"Scribble Audio" ist eine Soundmaschine für den Browser. Wer die Website aufruft,  liest zunächst den schlichten Befehl: "Draw something", zeichne etwas. Um einen ersten Loop zu generieren, muss der Nutzer den Mauszeiger mit gedrückter Maustaste über den Bildschirm ziehen.

Die Elektro-Sounds von "Scribble Audio" erinnern an kratzende Vinyl-Platten, brummende Rasierapparate und surrende "Star Wars"-Laserschwerter. Das Ergebnis sind Soundtracks wie aus einem Gruselfilm. Nutzer können Instrumente, Tonhöhe und Länge der Loops mit entsprechenden Buttons verändern.

Durch einen Klick auf den "Record"-Button wird das Werk im wav-Format gespeichert. Die so erstellten Audio-Dateien dürfen Nutzer ohne Nennung der Quelle für eigene Projekte weiterverwenden, wie der Entwickler auf Nachfrage bestätigt.


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