"I love you!"-Prozess Onel de Guzman ist frei!

Es gilt als nahezu sicher, dass Onel de Guzman der Täter hinter der "I love you"-Virenattacke ist. Bis zu zehn Milliarden Dollar Schaden soll er verursacht haben - und wird nun doch nicht vor Gericht gestellt. Das philippinische Justizministerium ließ die Anklage gegen de Guzman fallen.

Manila - Zur Begründung hieß es, die Betrugsvorwürfe gegen den ehemaligen Studenten Onel de Guzman ließen sich entweder nicht auf seine Tätigkeit als Hacker anwenden oder es fehlten Beweise.

De Guzman hatte zugegeben, den E-Mail-Virus am 4. Mai "möglicherweise versehentlich" in Umlauf gebracht zu haben. "I love you!" verbreitete sich in wenigen Stunden weltweit und verursachte einen Schaden von schätzungsweise zehn Milliarden Dollar (21,4 Milliarden Mark).

Erst im Juni unterzeichnete der philippinische Präsident Joseph Estrada ein Gesetz gegen Computerkriminalität, das E-Commerce und Hackertätigkeiten einschließt. Es kann aber im Fall de Guzmans nicht rückwirkend angewendet werden. Der ehemalige Informatikstudent sollte deshalb nach dem Willen der Ermittler wegen Verstoßes gegen ein Betrugsgesetz belangt werden, das den illegalen Besitz von fremden Passwörtern im Kreditkartenverkehr unter Strafe stellt.

De Guzman studierte am Computer-College AMA in Manila. Die Professoren stellten eine hohe Ähnlichkeit zwischen dem "I love you!"-Virus und der Examensarbeit des 23-Jährigen fest. Internet-Provider verfolgten daraufhin die Spuren der verseuchten E-Mail bis zu einem Telefonanschluss in seiner Wohnung zurück.

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