IFPI gegen P2P Erschreckende Abschreckung

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2. Teil: In voller Länge: Die Pressemitteilung der Phonoverbände/IFPI. Weiter...


Pressemitteilung der Deutschen Phonoverbände/IFPI vom Mittwoch, 16. Juni, 10.33 Uhr:

"57-jähriger Realschullehrer im Raum Stuttgart muss 10.000 Euro Schadenersatz für 2.000 illegale Musikangebote in "Tauschbörse" zahlen

Strafverfahren läuft noch - Disziplinarverfahren folgt

Der 57-jährige Realschullehrer Kurt K. aus B. in der Nähe von Stuttgart ist in seinem Beruf offenbar nicht völlig ausgelastet: Er bot rund 2.000 Musiktitel illegal in einer "Tauschbörse" an. Auch die umfangreiche Aufklärungskampagne der Phonowirtschaft hat ihn nicht davon abgehalten.

Die Polizei führte Anfang Mai zur weiteren Beweissicherung eine Hausdurchsuchung in Anwesenheit der sachverständigen Ermittler der Hamburger proMedia GmbH durch. Hierbei wurden zwei Computer beschlagnahmt. Der Mann hat die Taten gestanden. Gefunden wurden außerdem nur 20 CD-Alben, so dass die Vermutung nahe liegt, dass der Lehrer weit mehr als 1.000 Titel, die er selber illegal anbot, schon aus illegalen Quellen heruntergeladen hatte.

Inzwischen verpflichtete er sich in einem Vergleich zur Zahlung von 10.000 Euro, die Verfahrenskosten und Schadensersatz decken. Das Strafverfahren läuft noch und kann in Kürze abgeschlossen werden. Die Höhe einer möglichen Strafe ist noch nicht absehbar. Vermutlich kommen darüber hinaus noch einige tausend Euro hinzu, die der Rechtsverletzer für seinen eigenen Anwalt zahlen muss. Darüber hinaus erwartet den "Pädagogen" wohl ein Disziplinarverfahren, denn er hat sich mit dem Bruch des Urheberrechtsgesetzes als Beamter nach seiner Treupflicht fragen zu lassen.

Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, sagt: "Es ist ein starkes Stück, dass ein Lehrer solche Taten begeht. Anstatt den Schülern ein positives Vorbild zu geben, verstößt er selbst vielfach gegen geltendes Recht und betrügt Künstler und Rechteinhaber um ihre Vergütungen. Gerade ein Lehrer sollte den Wert der Kreativität schätzen und ihn auch seinen Schülern vermitteln."

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