Innenministerium Deutschland "Jahr-2000-fähig"

Das Innenministerium und mehrere öffentliche Institutionen haben einen "Bild"-Bericht zurückgewiesen, wonach der Bundesrechnungshof zum Jahrtausendwechsel ein "Computer-Chaos" in den Behörden erwartet.

Frankfurt a. M./Hamburg - Die Zeitung hatte sich in ihrer Darstellung vom Montag auf einen "vertraulichen" Bericht des Bundesrechnungshofes  gestützt, in dem der schlechte Vorbereitungsstand der Behörden kritisiert wurde. Der Rechnungshof schilderte darin mögliche Schadensszenarien unter anderem bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, dem Bundeskriminalamt und den öffentlich-rechtlichen Banken und bemängelte, dass die Behörden nur in "wenigen Fällen Notfallplanungen" erarbeitet hätten. Es sei mit Kosten "im hohen dreistelligen Millionenbereich" zu rechnen.

Das Innenministerium, der Bundesrechnungshof und andere öffentliche Institutionen haben verärgert auf die Darstellung der "Bild" reagiert. Nach Angaben des Bundesrechnungshofes beruht der von der Zeitung zitierte Bericht auf einer Untersuchung von 1998, die um spätere Angaben verschiedener Behörden bis Mai 1999 aktualisiert und im Juni im Haushaltsausschuss erörtert wurde. "Seither haben wir keine neuen Erkenntnisse veröffentlicht", sagte Pressesprecherin Kornelia Bur zu SPIEGEL ONLINE. Die "Bild" habe nur Presseberichte aufgewärmt, die schon vor Monaten gelaufen seien.

Das Innenministerium erklärte am Montag, Deutschland sei nach den letzten, aus dem laufenden Monat stammenden Erkenntnissen gut auf die Datumsumstellung der Computer vorbereitet und zu hundert Prozent Jahr-2000-fähig. Das gelte beispielsweise auch für das Bundeskriminalamt, das in dem Bericht als mögliche Pannen-Stelle genannt worden war. Auch die ebenfalls erwähnten Rentenversicherer, die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte und der Bundesverband der öffentlichen Banken wiesen die Darstellung zurück und erklärten, dass ihre Testläufe fehlerfrei verlaufen seien.

Am letzten Mittwoch hatte die Regierung bei der Veröffentlichung des Zweiten Fortschrittsberichtes der Bundesregierung  zum Jahr-2000-Problem erklärt, die private Wirtschaft und der öffentliche Bereich seien auf den Datumswechsel gut vorbereitet.

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