Umgang mit Foto- und Videoplattform Neuer Leitfaden erklärt Eltern Instagram

Instagram gehört zu den beliebtesten Webdiensten. Jetzt haben die Meta-Tochter und mehrere Organisationen Empfehlungen für die Eltern junger und womöglich sogar zu junger App-Nutzer zusammengestellt.
Malen nach einem Instagram-Video: Auch viele junge Kinder nutzen die App

Malen nach einem Instagram-Video: Auch viele junge Kinder nutzen die App

Foto: Katie Collins / PA Images / IMAGO

Über Instagrams Wirkung auf die Psyche junger Menschen wurde zuletzt heftig diskutiert. Im Zuge der Veröffentlichung interner Dokumente durch die Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen gab es auch Enthüllungen über den angeblich »toxischen« Einfluss von Instagram auf manche Teenager und deren Körperbild .

Doch schon zuvor war klar: Die Plattform für Fotos und Videos kann das Leben bereichern, aber auch auf die Stimmung schlagen, etwa weil sie einen ständig mit Hochglanzaufnahmen aus den scheinbar perfekten Leben anderer Menschen konfrontiert. Hinzu kommt, wie bei fast jeder Social-Media-Plattform, die Jagd nach Likes und Aufmerksamkeit sowie die Tatsache, dass in riesigen Onlinenetzwerken nicht nur gute Menschen unterwegs sind. Auch in der Welt von Instagram gibt es Fake-Profile, Hasskommentare und Erwachsene, die Kinder sexuell belästigen wollen.

Instagram, das zu Facebook beziehungsweise Meta gehört, hat nun einen Ratgeber veröffentlicht, der Eltern junger Instagram-Nutzerinnen und -Nutzer den Umgang mit der Plattform erleichtern soll (hier als PDF ). Auf 56 Seiten, die in Zusammenarbeit mit den EU-Initiativen Klicksafe.de  und SaferInternet.at  sowie dem Projekt Stop Hate Speech  entstanden sind, werden darin technische Schutzmechanismen der Plattform vorgestellt. Es geht aber auch um die Verantwortung der Eltern jenseits einiger Handgriffe im App-Menü.

»Wenn Kinder soziale Netzwerke nutzen, bemühen sie sich meist sehr, von ihren Eltern unbeobachtet zu bleiben«, heißt es zu Beginn des Leitfadens. Dennoch sei es Aufgabe der Eltern, ihre Kinder bei der Nutzung von sozialen Netzwerken zu begleiten und zu unterstützen. Eine gute Gesprächsbasis sei bei der Medienerziehung das Wesentliche.

Offizielles Mindestalter: 13 Jahre

Eltern wird beispielsweise geraten, aktives Interesse am Onlineleben ihrer Kinder zu zeigen. Etwa indem sie Fragen stellen wie »Was gefällt dir an der Onlinewelt und was nicht?«, »Welche Gedanken machst du dir, wenn du etwas in sozialen Medien postest?« oder »Kennst du alle deine Follower*innen?«. Ebenso wird das gemeinsame Vereinbaren eines »digitalen Sonnenuntergangs« vorgeschlagen – einer Uhrzeit, ab der das Kind an jedem Abend offline geht.

Weitere Vorschläge betreffen die Privatsphäre-Einstellungen der App, die darüber entscheiden, wer die eigenen Postings überhaupt zu sehen bekommt. Vorgestellt wird dabei etwa die »Enge Freunde«-Liste des Netzwerks, mit der sich festlegen lässt, dass sogenannte Stories nur ganz bestimmten Personen ausgespielt werden. Auch fürs Melden fragwürdiger Inhalte und das Stummschalten oder Blockieren anderer Nutzerinnen und Nutzer liefert der Ratgeber Anleitungen.

Für Jugendliche empfiehlt der Leitfaden private Konten. »Nur Follower*innen können die Inhalte privater Konten sehen, und neue Follower*innen-Anfragen erfordern eine persönliche Bestätigung«, heißt es dazu. »Nutzer*innen, die von deinem Teenager nicht akzeptiert wurden, können ihre*seine Beiträge nicht kommentieren und haben auch keinen Zugriff auf ihre*seine Inhalte in Bereichen wie Explore oder Hashtags.«

In der Broschüre betont Instagram, dass das Mindestalter zum Anlegen eines Instagram-Kontos auf 13 Jahre festgelegt ist. Die Überprüfung des Alters von Personen im Internet sei aber ein komplexes Thema, schreibt die Plattform auch. Ihr sei bewusst, dass junge Menschen bei der Angabe ihres Geburtsdatums nicht immer ehrlich sind.

mbö

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.