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Straßenkreidekünstler auf Instagram: Die Kunst des David Zinn

Foto: Myra Klarman

Straßenkreide auf Instagram Bitte nicht auf den Drachen treten

In Michigan spielen sich seltsame Dinge ab: Kleine Wesen krabbeln aus Hausfassaden und Löchern im Gehsteig. Über Instagram teilt Straßenkünstler David Zinn seine Kunstwerke mit aller Welt.

Der Wirkungsradius von Straßenkünstlern ist begrenzt auf den Ort, an dem sie leben und arbeiten? Das war früher so. Heute laden Straßenkünstler ihre Werke einfach in sozialen Netzwerken hoch.

Zu den erfolgreichsten Street Artists mit Onlinepräsenz zählt David Zinn. Der 46-jährige Künstler aus Ann Arbor in Michigan, USA, hat sich auf Straßenkreide spezialisiert. Wenn er durch seine Stadt spaziert und nur lange genug die Risse und Flecken auf dem Gehsteig ansieht, findet er etwas, das gezeichnet werden will, sagt Zinn. "Ich fülle dann einfach die freien Stellen aus."

Heraus kommen fantasievolle Zeichnungen kleiner Mäuse, Aliens, Gnome, Drachen und fliegender Schweine. Die Wesen wirken wie aus Kinderbüchern entsprungen und auch die Szenen, die Zinn zeichnet, sind kindgerecht putzig. Einige Eindrücke bietet unsere Fotostrecke.

Kunst, die ins Stadtbild passt

Zinn sagt, er möchte die Leute mit seiner Kunst überraschen. Sie sollen nicht damit rechnen, auf etwas Künstlerisches zu stoßen, wenn sie zufällig seine Zeichnungen finden. Deswegen integriert er sie ins Stadtbild: Einmal liest eine Maus im Licht einer Laterne, ein andermal lässt sich ein Eichhörnchen aus einem Rohr Wasser in den Mund tropfen.

Was er zeichnet, fotografiert Zinn, um es auf Instagram zu veröffentlichen . Auf die Idee, seine Bilder ins Netz zu stellen, hat ihn ein Hip-Hop-Posaunist auf der Hochzeit eines Freundes gebracht. "Er sagte mir, ich solle meine Kunst auf jede Social-Media-Plattform stellen, die ich finden kann", erzählt Zinn. Das tat er dann, und es stellte sich heraus, dass seine Zeichnungen besonders auf Instagram gut ankommen. "Anfangs war es schwer, sich an die Quadrate zu gewöhnen", erinnert sich der Künstler.

Mittlerweile ist er Instagram-Profi mit mehr als 106.000 Abonnenten. Es ist nicht der erste außergewöhnliche Job des Künstlers: Zinn hat schon für die Werbeindustrie gearbeitet, Hörbücher eingelesen, er war Sänger und hat eine Kinderradiosendung moderiert. Vor zwölf Jahren begann er, mit Straßenkreide auf die Gehsteige seiner Heimatstadt zu malen.

Das Besondere an seiner Kunst sei die Kurzlebigkeit der Straßenkreidezeichnungen, findet Zinn. Diese Vergänglichkeit habe ihn regelrecht süchtig gemacht.

Mit den Fotos seiner Werke verlängert er aber die Überlebensdauer seiner Kunst - und das nicht nur auf Instagram. Der Erfolg seines Accounts hat dazu geführt, dass Zinn sogar ein Buch mit seinen Zeichnungen  herausgebracht hat. So haben es seine Fantasie-Wesen von den Gehsteigen einer Kleinstadt in Michigan über das Netz in die ganze Welt geschafft.

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