Namenserweiterung Facebook will WhatsApp und Instagram umbenennen

Die beiden Dienste gehören zu den wertvollsten Marken im Netz, nun sollen die Namen von Instagram und WhatsApp um den Zusatz "from Facebook" erweitert werden. Das Echo bei Mitarbeitern: verhalten.
Apps von Instagram und WhatsApp: Nur auf dem Handydisplay werden die Namen der der Tochterfirmen vorläufig unverändert bleiben

Apps von Instagram und WhatsApp: Nur auf dem Handydisplay werden die Namen der der Tochterfirmen vorläufig unverändert bleiben

Foto: Yui Mok/PA Wire/DPA

"Wir wollen mehr Klarheit über die Produkte und Dienstleistungen schaffen, die Teil von Facebook sind." Mit diesen Worten bestätigte eine Pressesprecherin des sozialen Netzwerks in der Nacht zum Samstag einen Bericht von "The Infomation ". Das IT-Nachrichtenportal hatte zuvor gemeldet, dass Facebook die Namen von WhatsApp und Instagram ändern will.

Die beiden Apps sollen künftig um den Zusatz "from Facebook" erweitert werden, also "Instagram from Facebook" und "WhatsApp from Facebook" heißen. Mit diesen Bezeichnungen sollen die Apps beispielsweise in Apples App Store und dem Google Play Store erscheinen. Auch in den Apps selbst sollen diese Bezeichnungen verwendet werden.

Die Apps selbst sollen allerdings weiterhin ihre bisherigen Titel behalten. Das dürfte pragmatische Gründe haben. Die neuen Bezeichnungen sind so lang, dass sie auf den Bildschirmen von Smartphones wohl nur verkürzt dargestellt würden.

Mehr Facebook, weniger Eigenständigkeit

Mitarbeiter, der beiden Apps seien vor Kurzem über die geplante Änderung informiert worden, heißt es bei "The Information". Der Schritt habe intern für Überraschung und Verwirrung gesorgt. Die Namensänderung dürfte auch als Symbol dafür angesehen werden, wie die beiden Facebook-Töchter zusehends ihre einstige Unabhängigkeit verlieren.

Die beiden Gründer von WhatsApp hatten sich nach jahrelangen Meinungsverschiedenheiten mit Mark Zuckerberg aus dem Unternehmen zurückgezogen. Aus ähnlichen Gründen haben sich auch die Instagram-Gründer Ende 2018 von Facebook verabschiedet. Zuckerberg plant unterdessen offenbar eine engere Vernetzung von WhatsApp und Instagram mit dem Facebook Messenger und hat die ehemaligen Manager der beiden Apps durch eigene Gefolgsleute ersetzt.

Eine gute Idee?

Laut "The Information" stört sich Facebook-Gründer Zuckerberg daran, dass der Erfolg von Instagram und WhatsApp nicht seinem Unternehmen angerechnet wird. Wenn die beiden Apps mit dem sozialen Netzwerk assoziiert würden, könnte dies positiv auf die Marke Facebook einzahlen, könnte das Kalkül sein.

Ob ein solches Kalkül aufgeht, ist fraglich. Schließlich erscheint Mark Zuckerbergs Facebook seit Jahren regelmäßig mit Skandalen und einem problematischen Umgang mit Privatsphäre in der Öffentlichkeit. Über den Datenskandal um Cambridge Analytica, wegen dem Facebook ein Bußgeld von fünf Milliarden Dollar zahlen muss, gibt es mittlerweile sogar eine Netflix-Doku.

Bisher hatten derlei Meldungen keine Auswirkungen auf das Ansehen von Instagram und WhatsApp. Wenn beide nun aber künftig die Marke Facebook in sich tragen, dürfte sich das ändern.

mak
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