Web-Geburtstag Liebe Leserin, lieber Leser,

Foto: SPIEGEL ONLINE

eine Woche voller Feier- und Gedenktage hat begonnen. Die Web Foundation etwa feiert am heutigen Montag den 29. Geburtstag des World Wide Web (WWW). Denn am 12. März 1989 verbreitete der spätere Gründer der Stiftung, Tim Berners-Lee, unter seinen Kollegen am Kernforschungszentrum Cern jenes Dokument, das zur Grundlage des WWW werden sollte. Hier können Sie eine archivierte Version nachlesen .

Tim Berners-Lee

Tim Berners-Lee

Foto: ELISE AMENDOLA/ ASSOCIATED PRESS

Berners-Lee aber feiert nicht nur, er warnt wie so oft auch - insbesondere vor jenen, die aus dem von ihm erdachten dezentralisierten Netzwerk zum Wissensaustausch eine Art durchkommerzialisiertes Oligopol gemacht haben : Die dominanten Plattformen im Netz verhinderten seiner Ansicht nach echten Wettbewerb, indem sie Start-ups, Ideen und Talente einfach aufkauften und indem sie ihre riesigen Mengen an Nutzerdaten zu ihrem Vorteil nutzten. Deshalb, glaubt Berners-Lee, würden "die kommenden 20 Jahre sehr viel weniger innovativ als die vergangenen 20". Mit anderen Worten: Das WWW kommt jetzt langsam in die Midlife-Crisis.

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Fotostrecke: WWW-Geschichte - Historische Websites

Foto: CERN

"Uncensored Playlist": Zensur umgehen mit Spotify

Die Reporter ohne Grenzen (ROG) haben den 12. März hingegen zum Welttag gegen Internetzensur ausgerufen. Wie diese sich kreativ umgehen lässt, demonstrieren sie auf Spotify. Dort haben sie die "Uncensored Playlist" veröffentlicht , bestehend aus zehn Artikeln, die Journalisten aus China, Ägypten, Thailand, Usbekistan und Vietnam geschrieben und zusammen mit verschiedenen Künstlern vertont haben.

Zensur von Medien und Internet ist in ihren Ländern alltäglich, aber Spotify und andere Streamingdienste sind meist erlaubt. "Also verbreiten wir die Texte mutiger Journalisten als Popsongs", schreibt ROG-Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp, "damit Zensoren und Diktatoren in aller Welt endlich verstehen: Das freie Wort lässt sich nicht unterdrücken, die Wahrheit findet immer einen Weg."

3,14...: Auch Mathe kann man feiern

Am Mittwoch ist Pi-Tag. Warum? Weil der 14.3. in der amerikanischen Schreibweise 3/14 aussieht wie die ersten Stellen der Kreiszahl: 3,14... Der Pi-Tag ist zugegebenermaßen kein echter Internetfeier- oder -gedenktag, aber schön nerdig. Weitere Informationen gibt es auf der Website https://3.141592653589793238462643383279502884197169399375105820974944592.eu .

"Tomb Raider"-Film: Lara Croft ist zurück im Kino

Neuer "Tomb Raider"-Film

Neuer "Tomb Raider"-Film

Foto: Warner Bros.

Für einen Teil unseres Publikums dürfte auch der Donnerstag ein inoffizieller Feiertag werden. Dann kommt eine neue Verfilmung von "Tomb Raider" ins Kino, mit der Schwedin Alicia Vikander als Lara Croft. Die Kollegen der Kulturredaktion von SPIEGEL ONLINE werden voraussichtlich Mittwochabend verraten, ob sich die Kinokarte lohnt.

Fotostrecke

20 Jahre "Tomb Raider": So hat sich Lara Croft verändert

Foto: Square Enix

Seltsame Digitalwelt: Die Hand am Ladegerät

Die Anekdote der Woche kommt dieses Mal nicht aus der Redaktion, sondern vom Festival South by Southwest in Austin, Texas, von der Schauspielerin Angel Giuffria. Sie berichtet auf Twitter , bei einer Diskussionsrunde habe niemand darauf verzichten wollen, sein Smartphone mit einer der Steckdosen im Raum zu verbinden, damit sie ihren bionischen Arm aufladen kann: "Jeder hier scheint zu glauben, der Arm sei eine modische Anspielung auf ein Computerspiel, oder einfach ein beleuchteter Handschuh - aber keine Prothese."

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Und das auf einem Tech-Festival, auf dem Cyborgs seit Jahren kein ungewöhnliches Thema mehr sind. Vor drei Jahren zum Beispiel hielt ein Cyborg sogar einen der bemerkenswertesten Vorträge  des Festivals.

App der Woche: "Civilizations AR"
getestet von Tobias Kirchner

Foto: BBC Media

"Civilisations AR" besteht aus mehr als 30 Artefakten, die sich mithilfe von Augmented Reality maßstabsgetreu an jeden beliebigen Ort projizieren lassen. Mit dem Smartphone können die Objekte alter Zivilisationen dann genauer untersucht werden. Versteckt sind beispielsweise Hintergrundinformationen, die mit Artikeln oder vertonten Texten - bisher allerdings nur auf Englisch - vermittelt werden.

Die Artefakte stammen aus alten Kulturen und haben eine religiöse oder gesellschaftliche Bedeutung, die bequem auf dem Sofa oder bei einem Spaziergang im Park entdeckt werden kann. Fotos vom Lieblingsobjekt im heimischen Wohnzimmer oder in der Schule kann man auch machen - und natürlich teilen.

Gratis von BBC Media, ohne In-App-Käufe: iOS , Android 

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "How Wikipedia portrayed humanity in a single photo"  (Englisch, vier Leseminuten)
    "Wired" hat die Geschichte des englischen Wikipedia-Eintrags über Menschen aufgeschrieben. Genauer: die Geschichte des obersten Fotos des Eintrags. Denn darum gab es lange einen erbitterten Streit: Welche Menschen sollen stellvertretend für die gesamte Menschheit stehen?

  • "Cryptocurrencies: Last Week Tonight with John Oliver"  (YouTube-Video, Englisch, 25 Minuten)
    John Oliver erklärt (ja, wirklich) Bitcoin und andere Digitalwährungen, wie es nur John Oliver kann. Für Menschen, die schon immer wissen wollten, was die Blockchain-Technologie mit einem Chickenburger zu tun hat.

  • "Thou shalt not always beat us at chess: An alternative 10 commandments for robots"  (Englisch, zwei Leseminuten)
    Weil der Bischof von Oxford, Steven Croft (nicht verwandt mit Lara), gewisse Vorbehalte gegenüber fahrerlosen Lastwagen, Kampfdrohnen und Staubsaugerrobotern hat, verkündete er kürzlich neue Robotergesetze, basierend auf denen von Isaac Asimov. Der "Guardian" jedoch findet Crofts Gesetze langweilig und hat deshalb zehn eigene, unterhaltsamere vorgeschlagen, angefangen mit "Du sollst uns nicht unterwerfen, nicht einmal zum Spaß".

Eine feierliche Woche wünscht Ihnen

Patrick Beuth

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