Umfrage zum digitalen Alltag Mehr als jeder Dritte klagt über Internetprobleme

Der Netflix-Stream stockt und auch im Homeoffice geht es nur langsam voran? Laut einer Befragung haben zahlreiche Internetnutzer immer wieder solche Schwierigkeiten – besonders am Abend.
Smartphonenutzer

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Foto: Sebastian Gollnow / picture alliance/dpa

Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland fühlt sich fast täglich durch Internetprobleme ausgebremst. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die vom Frankfurter Internetknoten DE-CIX in Auftrag gegeben wurde. 38 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in der Bundesrepublik kämpfen demnach mehrmals pro Woche oder sogar täglich mit spürbaren Verzögerungen bei der Internetnutzung. Nur acht Prozent der Befragten gaben an, nie Beeinträchtigungen beim Internetzugang zu erleben. Die Umfrage wurde Ende Mai durchgeführt, YouGov hat dafür 2100 Personen ab 18 Jahren befragt.

Als Leidtragende der technischen Probleme sehen sich den Ergebnissen zufolge vor allem junge Erwachsene sowie Berufstätige im Homeoffice. Aber auch mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Altersgruppe über 55 Jahren berichtete in der Umfrage von häufig stockenden Internetverbindungen. Menschen aus Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern klagten im Schnitt häufiger über Geschwindigkeitseinschränkungen als Menschen aus Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern.

In der Umfrage machen die Betroffenen für die schlechte Netzqualität vor allem äußere Ursachen verantwortlich. 41 Prozent nennen eine Netzüberlastung als Grund für die erlebten Verzögerungen, 32 Prozent einen schlechten lokalen Netzausbau und 19 Prozent sagen, dass ihr Internetprovider nicht genügend Bandbreite anbietet. Zwölf Prozent vermuten den Grund für die Probleme bei langsamen Servern von Anbietern wie Netflix. Nur zehn Prozent der Befragten sehen die Ursachen im eigenen Haushalt, etwa im Einsatz von veralteten Laptops oder Smartphones.

Probleme bei verschiedenen Anwendungen

Am häufigsten stellen die Befragten die Probleme am Feierabend fest, heißt es, wenn das Video- oder Musik-Streaming mit Netflix, Spotify, YouTube oder anderen Diensten Probleme macht (35 Prozent). Gut ein Fünftel der Umfrageteilnehmer erlebt Geschwindigkeitsprobleme bei der Arbeit im Homeoffice, zum Beispiel bei Videokonferenzen, Webinaren oder der Nutzung von Cloud-Anwendungen. Aber auch Anwendungen, die eigentlich keine große Bandbreite erfordern, sind manchmal gestört. Dazu gehören Transaktionen wie zum Beispiel beim Onlinebanking und beim Onlineshopping. Hier klagen 18 Prozent der Befragten über eine schlechte Internetverbindung.

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Am Dienstag hatten bereits neue Zahlen der Bundesnetzagentur nahegelegt, dass zu Hause genutzte Internetanschlüsse häufig Schwächen haben. Die Bonner Behörde hat gerade ihren »Jahresbericht Breitbandmessung«  veröffentlicht, der sich auf den Zeitraum von Oktober 2020 bis September 2021 bezieht. Der Bericht enthält Angaben von rund 484.000 Festnetzmessungen, die die Bürger selbst vorgenommen haben.

83,5 Prozent der Nutzer erhielten demnach bei den Messungen mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenrate. Die volle Datenrate, die ihm vertraglich zugesichert war oder noch mehr, erhielt im Messzeitraum gut jeder dritte Nutzer. »Die Ergebnisse sind noch nicht zufriedenstellend«, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller. »Kunden erreichen weiterhin oft nicht die versprochene Internetgeschwindigkeit.«

mbö/dpa
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