iPad-Inhalte Apple plant angeblich digitale Zeitungs-Abos

Kleine Hilfe für Verlage: Apple soll ein spezielles Abo-Angebot im App-Store für Zeitungen und Magazine vorbereiten. Der angebliche Deal: Die Verlage beteiligen Apple an den Einnahmen, dafür erhalten sie Informationen über die Demografie ihrer Kundschaft.
Apple-Boss: Steve Jobs liest die "New York Times" auf dem iPad

Apple-Boss: Steve Jobs liest die "New York Times" auf dem iPad

Foto: KIMBERLY WHITE/ REUTERS

Apples Unterwegs-Geräte wie iPad und iPhone sind nicht nur Hardware - sie bilden auch ein wertvolles Netzwerk. Über Apple Vertriebsplattformen haben Anbieter von Musik, Filmen, Programmen oder eben auch Zeitungen und Magazinen einen Zugang zu den kauffreudigen Besitzern dieser Geräte. Medienhäuser hoffen auf Digital-Abos, die ihre Kunden für spezielle iPad-Inhalte abschließen sollen. Ein Problem bei diesem Geschäft: Bei Print-Abos haben die Verlage einen direkten Kundenkontakt. Und sie wissen auf dieses Basis und aufgrund von Marktforschung ganz gut, wer ihre Stammkunden sind - nicht personenbezogen, sondern anonym.

Dieser Zugang zum Kunden hilft Verlagen bei der Abonnenten-Akquise und beim Verkaufen von Anzeigen - Werbekunden wissen gern, welche demografischen Gruppen ein Medium nutzen, wer also ihre Anzeigen eigentlich sieht. Bei iPad- und iPhone-Abos weiß das derzeit nur Apple, wenn Verlage Apples Abo-Dienst nutzen.

Das könnte sich bald ändern: Die US-Tageszeitung " San Jose Mercury News " berichtet, dass Apple Verlagen ein spezielles Abo-Modell bieten will. Laut nicht namentlich genannten Insidern hat Apple zugesagt, die Nutzer im Abo-Dialog zu fragen, ob ihre demografischen Daten Verlagen mitgeteilt werden dürfen. Im Gegenzug müssen Verlage das Apple-Aboangebot nutzen, wobei ein Drittel der Einnahmen als Provision an den Konzern geht. Ein US-Applesprecher wollte den Artikel gegenüber dem Fachdienst "Cnet"  nicht kommentieren - es handele sich um Gerüchte und zu Gerüchten äußere Apple sich nicht.

Verlage könnten iPad- und iPhone-Abos auch über ein eigenes Login- und Bezahlsystem abwickeln wie es zum Beispiel die "Financial Times" und das "Wall Street Journal" bei ihren iPhone-Anwendungen tun. Das hat allerdings den Nachteil, dass Kunden sich neu registrieren und Kreditkarteninformationen angeben müssen.

Nutzen Verlage Apples Bezahl-Service, die sogenannten In-App-Käufe, wie es zum Beispiel die Tageszeitung "Die Welt" tut, müssen die Anwender nur die Bezahlung bestätigen. Alle relevanten Daten sind schon bei Apple hinterlegt, sofern die Kunden schon einmal bei iTunes oder im App Store eingekauft haben. Das dürfte die Hemmschwelle beim Kauf eines Abos erheblich senken.

lis
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