iPhone-Propaganda Israelischer Minister empört über Intifada-App

Gewaltaufrufe oder palästinischer Nationalismus? Israels Informationsminister fordert Apple auf, eine Intifada-App aus dem Software-Angebot zu entfernen. Sein Vorwurf: Die Anwendung hetze zu Gewalttaten auf.
iPhone-App Thirdintifada: Nationalistische Musik und Blutsschwüre

iPhone-App Thirdintifada: Nationalistische Musik und Blutsschwüre

Tel Aviv - Ein Vertreter der Regierung Israels hat mit Verärgerung auf eine iPhone-App mit dem Namen "ThirdIntifada" (Dritter Volksaufstand) reagiert. Informationsminister Juli Edelstein verlangte von Apple, das Programm aus dem App-Store zu entfernen.

Diese App sei anti-israelisch, anti-zionistisch und rufe zu einem Aufstand gegen Israel auf, schreibt Edelstein in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief. Apple sollte seiner Tradition folgen, dass "Applikationen der Unterhaltung und Information dienen und kein Instrument zur Aufhetzung zu Gewalt sind", heißt es weiter.

Bei "ThirdIntifada" handelt es sich um den App-gewordenen Versuch, den palästinensischen Widerstand gegen die israelische Besatzung anzufeuern. Im App-Store ist die Anwendung unter "Nachrichten" rubriziert - dieser Einordnung wird sie dadurch gerecht, dass die Macher den Nutzern arabischsprachige Artikel aufs Smartphone schicken, die allesamt die palästinensische Sicht auf aktuelle Ereignisse bieten. Ausgewogenheit ist nicht das Ziel der Macher. Es geht ihnen um die Dokumentation israelischen Unrechts.

Darüber hinaus gibt es passende Bilder, nationalistische Musik und Schwüre, niemals Jerusalem aufzugeben und sich mit "Geld und Blut" für die Stadt einzusetzen. Offene Aufrufe zur Gewalt sind sich auf den ersten Blick nicht zu sehen, zumindest keine Aufrufe zu Selbstmordattentaten oder Raketenangriffen auf israelische Ziele. Islamistisches Vokabular findet sich kaum, dafür aber umso mehr auf der mutmaßlichen Mutterseite auf Facebook. Es erschließt sich nicht sofort, welchen genauen Hintergrund die Macher haben - außer dass sie sich selbst als Widerstandskämpfer sehen.

Etwas schwammig auch die Namenswahl der App. Ob sie suggerieren soll, dass die "Dritte Intifada" (nach jenen Aufständen, die 1987 und 2000 begannen) schon läuft oder erst herbeiagitiert werden soll, bleibt offen.

lis/yas/dpa