Proteste gegen Sittenpolizei Hacktivisten legen Website der iranischen Zentralbank lahm

Die Proteste nach dem Tod von Mahsa Amini werden auch im Internet ausgetragen. Aktivisten aus dem Umfeld von Anonymous haben den Zugang mehrerer staatlicher Internetportale blockiert.
Die iranische Zentralbank: Die Website wurde erfolgreich blockiert, der Zahlungsverkehr lief aber weiter

Die iranische Zentralbank: Die Website wurde erfolgreich blockiert, der Zahlungsverkehr lief aber weiter

Foto: Xinhua / IMAGO

Die teils gewaltsamen Proteste nach dem Tod einer jungen Frau, die von der iranischen Religionspolizei verhaftet worden war, erreichen auch das Internet. Aktivisten aus dem Umfeld der Hackergruppierung Anonymous haben nach eigenen Angaben die Website der iranischen Zentralbank und mehrere andere Regierungsportale für Stunden erfolgreich blockiert.

Irans Zentralbank hat inzwischen einen Cyberangriff auf ihre Systeme bestätigt. Die Bank sei Ziel einer DDoS-Attacke geworden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Mittwoch unter Berufung auf einen Sprecher. Bei DDoS-Attacken überrollen Angreifer die Server ihrer Opfer mit einer Flut von Datenanfragen, um sie lahmzulegen. In Iran war die Website nach einiger Zeit wieder erreichbar. Die Bank erklärte, interne Systeme seien nicht von der Attacke betroffen gewesen. Weitere Auswirkungen sind nicht bekannt.

Eine Gruppe aus dem Umfeld des Kollektivs Anonymous reklamierte in einem Telegram-Kanal den Angriff für sich und gab als Grund ihre Solidarität mit den Protesten in Iran nach dem Tod von Mahsa Amini an. Die Angaben ließen sich nicht verifizieren. Die Website der Zentralbank war nach Angaben entsprechender Prüfdienste im Internet weltweit abgeschaltet. Auch Regierungsseiten und ein staatlicher TV-Sender sollen Ziel der breit angelegten Attacke gewesen sein.

Bereits vor den Angriffen hatte die iranische Regierung für Verwirrung gesorgt. Die halbstaatliche Nachrichtenagentur hatte berichtet, dass die Regierung wegen der Demonstrationen Einschränkungen des Internets vorbereitet habe. Die Regierung widersprach dem Bericht aber inzwischen: Kommunikationsminister Issa Zarepour sei falsch zitiert worden.

tmk/dpa/AP/Reuters
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