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24. März 2011, 14:50 Uhr

iShareGossip

Pöbel-Plattform kommt auf den Index

Schluss mit den Pöbeleien: Die Website iShareGossip kommt auf den Index. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat ihre Drohung wahr gemacht - die Umsetzung kann allerdings etwas dauern.

Die Internetsite isharegossip.com kommt auf den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM). Dies kündigte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) am Donnerstag in Berlin an. Die Gerüchte- und Mobbing-Site war in den vergangenen Tagen mit öffentlichen Hetzbeiträgen und derben Beleidigungen gegen Jugendliche in die Schlagzeilen geraten.

Die Betreiber der Plattform wollen Geld damit verdienen, dass sie ein Forum für anonyme Beschimpfungen und Beleidigungen bieten. Ein über die Website angezettelter Streit zwischen Berliner Schülern eskalierte und endete in einer brutalen Schlägerei. Etwa 20 Jugendliche prügelten am Samstagabend einen 17-Jährigen bewusstlos, der einen auf der Plattform entbrannten Streit schlichten wollte. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert, konnte das Krankenhaus am Mittwoch wieder verlassen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte den Betreiber des Online-Angebots bis zum Donnerstag Zeit für eine Stellungnahme gegeben und bereits angekündigt, das Angebot auf den Index zu setzen, falls keine Stellungnahme eingehen werde. Diese Drohung wurde nun wahr gemacht.

Die Forderung von Eltern, die Seite ganz abzuschalten, ist damit freilich nicht umgesetzt. Internetseiten, die von der Bundesprüfstelle indiziert werden, können auf den deutschen Versionen der einschlägigen Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo nicht mehr ohne weiteres gefunden werden. Die sechs größten Suchmaschinen in Deutschland hatten sich 2007 in einer freiwilligen Selbstverpflichtung bereiterklärt, die von der Behörde indizierten Seiten nicht mehr in den Suchergebnislisten anzuzeigen. Allerdings wird die technische Umsetzung der Sperrung einige Tage in Anspruch nehmen.

mak/dpa

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