Vorfall in Island Hacker veröffentlichen SMS von Vodafone-Kunden

Hacker haben in der Nacht zum Samstag die Internetseite des Telekommunikationskonzerns Vodafone in Island angegriffen. Die Angreifer veröffentlichten SMS von 70.000 Kunden, darunter auch Nachrichten von Parlamentsabgeordneten und Ministern.
Vodafone-Logo: SMS von 70.000 Telefonkunden im Internet veröffentlicht

Vodafone-Logo: SMS von 70.000 Telefonkunden im Internet veröffentlicht

Foto: TOBY MELVILLE/ REUTERS

Reykjavik - Vodafone ist erneut zum Ziel eines Hackerattacke geworden: In der Nacht zum Samstag haben unbekannte die Internetseite des Telefonkonzerns in Island angegriffen. Die Hacker veröffentlichten Textnachrichten von Vodafone-Kunden. Das Unternehmen bestätigte entsprechende Medienberichte und teilte mit, die Website sei am Morgen geschlossen worden.

"Es sieht so aus, als wenn die Hacker Zugriff auf sensible Daten hatten", teilte Vodafone in einer Pressemitteilung mit. Zusammen mit Computerexperten wolle man nun prüfen, wie groß das Ausmaß des Angriffs sei.

Nach Berichten des isländischen Rundfunks RÚV wurden SMS von 70.000 Kunden öffentlich gemacht, darunter auch Nachrichten von Ministern und Parlamentsabgeordneten. Außerdem seien persönliche Kundeninformationen und Tausende Passwörter zugänglich gewesen. Vodafone hat seinen Kunden geraten, ihr Passwort zu ändern.

Vodafone hat in den vergangenen Monaten immer wieder Schlagzeilen mit Datenlecks und gestohlenen Kundendaten gemacht: Im August wurde bekannt, dass Hacker eine Schwachstelle von Vodafone-Routern ausnutzten, die Geräte kaperten und für Telefonterror oder teure Auslandsgespräche missbrauchten.

Im September musste Vodafone Deutschland einräumen, dass Cyberkriminelle die Stammdaten von zwei Millionen Kunden erbeutet haben. Zu den Daten gehörten der Name des Vodafone-Kunden, Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht, Bankleitzahl und Kontonummer. Das Unternehmen entschuldigte sich bei seinen Kunden und betonte, dass es mit den erlangten Informationen nicht möglich sei, auf die Bankkonten der Betroffenen zuzugreifen.

Anfang Oktober wiederum musste der Telefonkonzern eine weitere peinliche Datenpanne zugeben: In einem Handy-Shop in Kaiserslautern waren Unterlagen mit zum Teil vertraulichen Kundeninformationen wie Bankverbindungen, Adressdaten und Kopien von Personalausweisen erst in einer Papiertonne und später auf der Straße gelandet.

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