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13. Mai 2013, 11:06 Uhr

Systemwechsel auf ISS

Windows verliert Nutzer im Weltall, Linux gewinnt

Astronauten-Laptops auf der Internationalen Raumstation (ISS) werden nach und nach von Windows auf Linux umgestellt. Die für die ISS-Computer verantwortliche Firma begründet das so: Das freie Betriebssystem sei "stabil und verlässlich".

Windows wird nicht ganz von der ISS verschwinden, aber von den knapp hundert Rechnern der Internationalen Raumstation sollen in Zukunft mehr unter Linux laufen. Das begründet die für die IT im All zuständige Firma so: "Wir brauchten ein Betriebssystem, das stabil und verlässlich arbeitet - und eines, das uns hauseigene Kontrollmöglichkeiten bietet, um je nach Bedarf Software-Updates oder Anpassungen vornehmen zu können."

Nach und nach werden laut Linux Foundation nun einige ISS-Rechner auf Linux umgestellt - Windows wird aber nach wie vor auf der ISS eingesetzt werden. Für die Portierung spezieller Programme ist Keith Chuvala zuständig. "Auf der ISS gibt es maximal sechs User gleichzeitig, aber sie haben alle sehr spezifische Anforderungen und Aufgaben", erklärt Chuvala eine Herausforderung der Software-Arbeit für den Weltraum.

An Bord der ISS sind laut Wikipedia 100 modifizierte Laptops installiert, von denen - 2010, laut "New York Times"- jederzeit etwa 80 in Betrieb und teilweise Bordsysteme steuern. Die grundlegenden Stationsfunktionen aber regeln spezielle Bordcomputer.

An Bord der ISS werden verschiedenen Raumfahrt-Websites zufolge ausschließlich IBM/Lenovo Thinkpads benutzt (zu sehen etwa in diesem neuen Video). SpraceRef.com führt diverse, möglicherweise allerdings veraltete, Nasa-Unterlagen der Bord-Computersysteme und speziell auch der Laptops auf.

Weil demnächst ein Weltraum-Roboter, der R2 Robonaut auf der ISS erprobt werden soll, der auch mit Linux arbeitet, könnten die neuen Astronauten-Fähigkeiten an ihm Verwendung finden.

fko

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