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28. Oktober 2016, 22:15 Uhr

Keine Ausnahme

Assange darf nicht zu Beerdigung

Julian Assange kann der Beerdigung eines Freundes nicht beiwohnen. Das hat die schwedische Justiz klargestellt. Dabei hatte der WikiLeaks-Gründer schon eine Idee, wie er zum Friedhof kommen könnte.

Schwedens Justiz lässt den WikiLeaks-Gründer Julian Assange nicht zu einer Beerdigung gehen. Assange hatte beantragt, den Haftbefehl gegen ihn auszusetzen, damit er am kommenden Montag die Londoner Botschaft Ecuadors verlassen und an der Beerdigung eines Freundes teilnehmen könne. Der Antrag wurde abgelehnt, wie die schwedische Anklagebehörde am Freitag bekannt gab.

Das schwedische Gesetz sehe keine Ausnahmen bei Haftbefehlen vor, hieß es. Assange zeigte sich enttäuscht, wie seine Organisation über Twitter verbreitete. Sein Herz sei gebrochen. Die Behörden hätten kein Verständnis für seine Trauer. Er habe seinen Anwalt gebeten, gegen die Entscheidung vorzugehen.

Assange wollte seinem Freund Gavin Mac Fayden, dem Direktor des Zentrums für Investigativen Journalismus, das letzte Geleit geben. Laut seinem Antrag wollte er sich von der Polizei zur Beisetzung eskortieren und im Anschluss wieder in die Botschaf zurückbringen lassen.

Seit 2012 lebt der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks in der Londoner Botschaft Ecuadors, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort werfen ihm Ermittler sexuelle Vergehen vor. Der 45-Jährige hat immer wieder betont, er befürchte, von Schweden an die USA ausgeliefert und dort wegen Enthüllungen seiner Plattform verurteilt zu werden.

mja/dpa/AFP

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