Statistisches Bundesamt Wenn junge Menschen Schulden haben, geht es oft ums Handy

Telekommunikationsunternehmen sind die Firmen, denen Menschen unter 25 Jahren am häufigsten Geld schulden. Im Schnitt geht es um mehr als 1500 Euro.

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Wenn junge Menschen Schulden haben, geht es am häufigsten um das Thema Mobilfunk - das legen Zahlen des Statistischen Bundesamts nahe. Gut zwei Drittel der unter 25-Jährigen, die vergangenes Jahr Schuldnerberatungsstellen aufsuchten, hatten demnach Schulden bei Telekommunikationsunternehmen. Die Höhe dieser Schulden lag im Schnitt bei 1573 Euro. Als Relation: Die durchschnittliche Schuldenhöhe der jungen Menschen, die Beratung suchten, betrug laut Bundesamt 8849 Euro.

Diejenigen, die jünger als 25 waren, hatten den Zahlen zufolge im Schnitt ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 777 Euro. "Unter der Annahme, dass alle Einkünfte ausschließlich zur Schuldentilgung eingesetzt werden, bräuchten junge Menschen etwas mehr als zwei Monate um Telefonanbieter auszuzahlen, oder knapp ein Jahr zur Begleichung ihrer gesamten Schulden", folgert das Bundesamt daraus.

Das Bundesamt wertete für seine Statistik die Angaben von 559 der insgesamt rund 1450 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland aus. Sie stellten anonymisierte Daten von rund 136.000 Beratenen mit deren Einverständnis bereit. Die gemeldeten Daten werden später auf die Grundgesamtheit aller durch Schuldnerberatungsstellen beratenen Personen hochgerechnet.

"Unwirtschaftliche Haushaltsführung" als Problem

Die Auswertungen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass junge Schuldner oft auch bei öffentlichen Gläubigern wie dem Finanzamt Schulden haben (rund 54 Prozent), ebenso bei Gewerbetreibenden (42 Prozent) und bei Versandhändlern (33 Prozent). 28 beziehungsweise 25 Prozent der Betroffenen haben auch Ärger mit Banken und Inkassobüros. Für rund jede vierte Person der unter 25-Jährigen sei der Hauptauslöser der Überschuldungssituation eine "unwirtschaftliche Haushaltsführung" gewesen, heißt es.

Zum Vergleich nennt das Bundesamt unter anderem Zahlen für Schuldner ab 65 Jahren. Sie hatten demnach meist Schulden bei Kreditinstituten - dieses Thema betraf knapp zwei Drittel der Beratenen dieser Altersgruppe. Im Schnitt standen die Personen mit 23.000 Euro bei den Banken in der Kreide. Insgesamt hatten die ab 65-Jährigen, die Beratung suchten, im Schnitt 43.740 Euro Schulden.

mbö/AFP

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insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
hummer2311 28.05.2019
1. Teuer
was daran liegt das es fast nirgends so teuer ist wie in Deutschland ein Handy zu haben .... die Asiaten lachen uns schon aus bei der Internetgeschwindigkeit .... und dafür zahlen wir auch noch mehr als sie .... Armes Deutschland.... modern geht anders .....
Nonvaio01 28.05.2019
2. kein wunder bei den wucher preisen in D
ich zahle 30€ und habe unlimted 4G data, und freie calls. Und nein bei uns wurde die Lizens auch versteiget und war pro kopf und nutzter nur 50€ billiger als was die telekom in D bezahlt hat.
spon-1310712841582 28.05.2019
3. Wer zu blöd
Ist seine Einnahmen und seine Ausgaben im Blick zu behalten kommt auch bei niedrigen Preisen schnell ins Minus. Und dann muss ja spätestens alle zwei Jahre das neueste Iphone her... Jeder ist für sich selbst und das was er tut selbst verantwortlich.
lobro 28.05.2019
4. Unbegreiflich
Ich frage mich immer, wie es überhaupt möglich ist, mit einem Handy solche Schulden anzuhäufen. Die monatlichen Gebühren werden doch automatisch eingezogen, und wenn das Konto nicht gedeckt ist, wird der Anschluß dann nicht mehr gesperrt?
j.vantast 28.05.2019
5. Wie geht das?
Ja, Mobilfunktarife sind in Deutschland weit teurer als im Ausland. Aber dennoch gibt es auch hier Flatrates die sicher bezahlbar sind. Ich könnte viele andere Preistreiber wie Mieten, Energie etc. verstehen, aber gerade Smartphones?
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