Kalifornien Spionagesoftware knipst Laptop-Nutzerinnen beim Duschen

Die Masche war unfassbar simpel: Mit Hilfe einer Spionagesoftware narrte ein Computertechniker in den USA weibliche Laptop-Nutzer. Der mutmaßliche Täter brachte mit einem Trick einige sogar dazu, das Gerät mit ins Badezimmer zu nehmen - wo er sie nackt fotografieren konnte.

Webcam: Die Opfer wurden mit fingierten Warnmeldungen getäuscht
AFP

Webcam: Die Opfer wurden mit fingierten Warnmeldungen getäuscht


Fullerton/USA - Die Polizei in Kalifornien hat einen mutmaßlichen Online-Spanner festgenommen. Der 20 Jahre alte Computer-Techniker wird verdächtigt, auf den Laptops von Frauen eine Software installiert zu haben, mit der er seine Opfer mit deren Webcams beobachten und Fotos von ihnen machen konnte, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Die Beamten hatten im vergangenen Jahr Ermittlungen aufgenommen, nachdem ein Bewohner der Stadt Fullerton von verdächtigen Nachrichten auf dem Computer seiner Tochter berichtet hatte. Polizeisprecher Andrew Goodrich zufolge wurden den Nutzern gefälschte Warnhinweise über einen defekten Sensor auf ihren Rechnern angezeigt. Die Meldungen mahnten, man solle den "internen Sensor schnell reparieren" und empfahl: "Versuchen Sie den Sensor zu reinigen, indem sie den Laptop für einige Minuten in die Nähe von heißem Wasserdampf stellen."

Laut Goodrich nahmen einige der Opfer ihre Computer daraufhin mit ins Badezimmer, während sie duschten. Genau das habe der mutmaßliche Täter mit den fingierten Fehlermeldungen wohl erreichen wollen, die von einer sogenannten Spyware ausgegeben wurden, die der nun festgenommene IT-Fachmann dort installiert hatte, sagte der Polizeisprecher. Dann habe der mutmaßliche Spanner die Webcams via Internet ferngesteuert und mit den Webcams Aufnahmen der unbekleideten Frauen gemacht. Die Bilder wurden dann auf einem Server zwischengelagert, von dem der Täter sie auf seinem eigenen Rechner herunterlud.

Die Polizei habe auf dem Computer des 20-Jährigen Hunderttausende solcher Fotos und Videos beschlagnahmt und mehrere Opfer identifiziert, sagte Goodrich. Die Beamten vermuten, der mutmaßliche Täter sei über das interne Netzwerk der Biola-Universität in die Computer eingedrungen, während diese an das Netzwerk angeschlossen waren. Der Techniker selbst sei ein ehemaliger Schüler des La Mirada Christian College, dem auch einige der Opfer angehört hatten.

Dem Verdächtigen droht nun eine Anklage wegen unerlaubten Zugriffs auf Computer und Betrug in zwölf Fällen. Wie die Tageszeitung "Orange County Register" berichtet wurde der verdächtige am Mittwochabend gegen eine Kaution in Höhe von 50.000 Dollar (rund 35.000 Euro) wieder auf freien Fuß gesetzt.

mak/dapd



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Seite 1
unkultur 09.06.2011
1. ?!
Zitat von sysopDie Masche war unfassbar simpel: Mit Hilfe einer Spionagesoftware narrte ein Computertechniker in den USA weibliche Laptop-Nutzer. Der mutmaßliche Täter brachte*mit einem Trick einige sogar dazu, das Gerät mit ins Badezimmer zu nehmen - wo er sie nackt fotografieren konnte. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,767519,00.html
Entschuldigung, wer so dumm ist, seinen Laptop mit ins Bad zu nehmen, um einen angeblich defekten internen Sensor "zu reinigen, indem sie den Laptop für einige Minuten in die Nähe von heißem Wasserdampf stellen."... der, bzw. die, hat/haben auch nix anderes verdient. Über deren Fotos sollte noch fett in großen Lettern "D U M M" prangen.
barlog 09.06.2011
2. titel
Zitat von sysopDie Masche war unfassbar simpel: Mit Hilfe einer Spionagesoftware narrte ein Computertechniker in den USA weibliche Laptop-Nutzer. Der mutmaßliche Täter brachte*mit einem Trick einige sogar dazu, das Gerät mit ins Badezimmer zu nehmen - wo er sie nackt fotografieren konnte. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,767519,00.html
Vermutlich wird von den vielen fotografierten Damen eine einzige ihren Laptop zur Dusche geschleppt haben, wo dann dem Spanner mit viel Glück ein paar Aufnahmen von nackter Haut geglückt sind, aber für eine Schlagzeile reicht das auf jeden Fall.
Kitu 09.06.2011
3. erschüttert
Ich bin erschüttert. Über so viel Blödheit. Es ist unfassbar, das es tatsächlich Menschen geben soll, die derart dämlich sind. Das ganze ist doch bestimmt eine Zeitungsente, oder? Ansonsten stellt sich die Frage, wer schaltet für diese User den Laptop an? Selbst dürften sie dazu nicht in der Lage sein.
GM64 09.06.2011
4. Mein Rechner hat keine Kamera
und vor der Notebook Kamera klebt ein Postit. Leider kann man das mit dem Mikrofon nicht so leicht hin bekommen, aber mein Rechner hat auch keines. Das IPhone hat auch immer ein Klappe drauf. Man kann immer ausgehorcht werden, daher ist Vorbeugen immer wichtig. Es ist bestimmt nicht die einzige Spysoftware.
archie21 09.06.2011
5. Typische Internet-Ente
Sitzen zwei Journalisten beim Bier. "Diese Laptops haben doch jetzt alle Webcams, wäre doch lustig wenn man ...". Und fünf Minuten später ist die Meldung fertig. Diese Meldung klingt wie eine dieser typischen ausgedachten Geschichten, für die besonders die Bild-Zeitung berüchtigt ist. "Hunderttausende Videos und Fotos" soll der Mann angeblich gesammelt haben, und das alles unter persönlicher Kontrolle per Handy-Steuerung. Wieviel Zeit braucht man dafür, reichen dafür die 20 Jahre die der Mann alt ist? Leichtgläubig sind nicht die angeblichen Opfer des angeblichen Täters, sondern jene Naiven, welche solche Meldungen ernst nehmen.
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