Karrierenetzwerk Burda-Verlag will Xing übernehmen

Der Burda-Verlag investiert ins Internet: Der Medienkonzern hat seine Anteile am Karrierenetzwerk Xing auf rund 39 Prozent aufgestockt. Nun werden den übrigen Aktionären insgesamt 147 Millionen Euro für eine komplette Übernahme angeboten.
Soziales Netzwerk Xing: Das deutsche Gegenstück zum amerikanischen LinkedIn

Soziales Netzwerk Xing: Das deutsche Gegenstück zum amerikanischen LinkedIn

Foto: BOB STRONG/ REUTERS

Hamburg - Der Burda-Verlag hat die Kontrolle über das Karrierenetzwerk Xing übernommen, berichten das "Wall Street Journal " und die Nachrichtenagentur dpa. Demnach teilte der Medienkonzern mit, dass Burda Digital nun knapp 39 Prozent der Anteile halte. Den übrigen Aktionären sei pflichtgemäß ein Übernahmeangebot unterbreitet worden. Burda sei bereit, für die restlichen 3,3 Millionen Xing-Aktien 44 Euro je Stück oder insgesamt 147,3 Millionen Euro zu zahlen.

Das 2003 gegründete Karrierenetzwerk muss sich gegen internationale Konkurrenz behaupten. Mit zwölf Millionen Mitgliedern weltweit steht Xing im Schatten des ebenfalls 2003 gegründeten US-Unternehmens LinkedIn mit 175 Millionen Nutzern - das zunehmend deutsche Anwender anspricht. Dieses Jahr hatte Xing mit Thomas Vollmoeller einen neuen Chef bekommen.

Den Schwerpunkt setzt Xing vor allem auf berufliche und geschäftliche Kontakte und hat auch Angebote für Personalsuche und Stellenvermittlung. Im zweiten Quartal kam das Unternehmen auf einen Umsatz von 18,19 Millionen Euro und einen Überschuss von 2,07 Millionen Euro.

Ein anderes deutsches Netzwerk hat einen solchen Konkurrenzkampf verloren: StudiVZ wurde nach der Übernahme durch den Holtzbrinck-Verlag von Facebook in die Bedeutungslosigkeit gedrängt, nur für den Schüler-Ableger gab es so etwas wie eine Perspektive. Dieses Jahr trennte sich Holtzbrinck von dem Geister-Netzwerk und verkaufte das Unternehmen an einen Finanzinvestor.

ore/dpa
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