Falschinformationen zu Covid-19 YouTube sperrt Ken Jebsens Kanal endgültig

Der Kanal KenFM lässt sich auf YouTube nicht mehr aufrufen: Nach einem dritten Verstoß gegen ihre Plattform-Richtlinien hat die Google-Tochter den Kanal von Ken Jebsen geschlossen.
Von YouTube bestraft: Ken Jebsen

Von YouTube bestraft: Ken Jebsen

Foto:

Felix Zahn / dpa

YouTube hat den Kanal KenFM des Verschwörungserzählers Ken Jebsen, der eigentlich Kayvan Soufi-Siavash heißt, endgültig dichtgemacht. »Videos auf dem Kanal KenFM haben gegen unsere Covid-19-Richtlinien verstoßen«, teilte ein Sprecher von Googles Videodienst am Freitag mit. Zum dritten Mal seien Community-Richtlinien missachtet worden. Nach den Regeln von YouTube werde ein Kanal dauerhaft gelöscht, wenn innerhalb von 90 Tagen dreimal gegen diese Richtlinien verstoßen wird.

In den Richtlinien  heißt es unter anderem »Auf YouTube sind keine Inhalte in Bezug auf Covid-19 erlaubt, die ein ernsthaftes Risiko erheblicher Gefährdung mit sich bringen« und »Auf YouTube sind keine Inhalte erlaubt, die medizinische Fehlinformationen zu Covid-19 verbreiten, die im Widerspruch zu medizinischen Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder lokaler Gesundheitsbehörden stehen«.

YouTube hatte im Mai 2020 bereits dafür gesorgt, dass Jebsen kein Geld mehr durch Werbeeinblendungen in seinen Videos verdienen konnte. Schon im November war der Zugang zu seinen Videos zeitweise gesperrt.

In der neurechten Szene ist der 2011 vom RBB entlassene Jebsen eine prominente Figur. In seinen Videos behauptet er unter anderem, Microsoft-Mitgründer Bill Gates denke darüber nach, Menschen im Rahmen von Impfungen gezielt zu sterilisieren. Faktenchecker  unter anderem von »Correctiv« haben viele der Aussagen in Jebsens Beiträgen bereits komplett oder teilweise widerlegt .

Jebsen verbreitete auch zu den Terroranschlägen von 11. September 2001 in den USA eine Verschwörungstheorie. In seiner ehemaligen RBB-Sendung »KenFM« behauptete er, die Anschläge seien von den Amerikanern selbst inszeniert worden.

YouTube hatte im vergangenen Jahr bereits mehrere rechtsextreme Kanäle gesperrt, darunter auch drei Kanäle der »Identitären Bewegung« (IB). Blockiert wurde dabei auch der Kanal des österreichischen Aktivisten Martin Sellner.

pbe/dpa