Kim Dotcom Filmstudios wollen Mega aus Google-Suche löschen lassen

Amerikanische Filmstudios haben Google gebeten, den Dateispeicherdienst Mega aus seinen Suchergebnissen zu löschen. Der Internetkonzern hat der Anfrage bisher nicht entsprochen - die Löschgesuche waren offenbar nicht konkret genug.

Mega-Gründer Kim Dotcom: Ärger mit Filmstudios
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Mega-Gründer Kim Dotcom: Ärger mit Filmstudios


Die amerikanischen Filmstudios Warner Bros. und NBC Universal haben Google offenbar aufgefordert, den von Kim Dotcom im Januar gestarteten Dateispeicherdienst Mega aus dem Google-Index zu entfernen. Die Nachricht stammt von Dotcom selbst, der am Dienstag bei Twitter schrieb, die Studios wollten "die gesamte Mega-Seite zensieren". Gegenüber "TorrentFreak" erklärte er später: "Dies steht im Einklang mit dem unangemessenen Verhalten der Content-Industrie, das wir seit Jahren beobachten."

Dotcom spielt damit auf Anfragen von Inhalteanbietern an Google an, Links zu illegalen Film- oder Musikangeboten aus den Suchergebnissen zu entfernen. Solche Anfragen erfolgen auf Grundlage des Digital Millennium Copyright Act (DMCA), einem US-Gesetz zum Schutz des Urheberrechts.

Nun sollen NBC Universal und auch Warner entsprechende Bitten an den Suchmaschinenkonzern gerichtet haben. Das Ungewöhnliche daran ist, dass die beiden Filmkonzerne Google auffordern, Dotcoms Website komplett aus ihren Suchergebnissen zu entfernen. Normalerweise bitten Inhalteanbieter darum, konkrete Links auf illegal angebotene Dateien zu entfernen, nicht ganze Internetangebote. Die Beschwerde von NBC Universal bezieht sich auf den Film "Mama", Warner führt den Streifen "Gangster Squad" an.

Offensichtlich hat Google dem Ansinnen der Filmstudios bisher nicht entsprochen. Dotcoms Mega war jedenfalls bis zum Mittwochvormittag nach wie vor über die Google-Suche zu finden. "TorrentFreak" vermutet, Google habe auf die Löschanfrage nicht reagiert, weil die Filmstudios keine konkreten Internetadressen für genannte haben. Google habe diesen "Fehler bemerkt" und daher die Mega-Homepage in seinem Suchindex belassen.

meu



insgesamt 31 Beiträge
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cor 29.05.2013
1. There is no such thing as bad publicity
Warner und Universal mal wieder. Die üblichen Hollywood-Trolle versuchen das Unmögliche und verstehen die Gesamtproblematik immer noch nicht. Dabei merken diese Firmen nicht mal, dass dieses dämliche Verhalten Dotcom prima als Werbung nutzen kann für seine Plattform. Desweiteren, nur weil etwas bei Google nicht mehr auftaucht, existiert es nicht mehr? Es gibt Filehoster Search Engines, Blogs und Foren wie Sand am Meer die für solche Geschichten deutlich besser geeignet sind als Google. Ich verstehe das Verhalten dieser Industrie nicht. Die Lern- und Anpassungsfähigkeit bzgl. der Situation und Problematik geht gegen null.
drosan 29.05.2013
2. optional
Was maßen sich diese Filmstudios eigentlich an? Wenn ich als unabhängiger Musiker meine Werke auf diese Seite hochlade und sie verbreiten will, kommen plötzlich riesige Studios daher und wollen die Seite löschen lassen, weil ein paar Raubmörder offenbar urheberrechtlich geschütztes Material dort hochladen? Stehen jetzt plötzlich alle, die ihre Urlausfotos da hochladen unter Generalverdacht? Unglaublich, das ganze...löscht doch gleich das ganze Internet
stefanbodensee 29.05.2013
3. Oink oink
Ach Gottchen - unser Quieckeschweinchen und Don Vettel Kim 'Dotkom' - wurde ja auch mal Zeit, daß der wieder was von sich hören lässt. Macht immer noch einen auf Internet-Freiheitskämpfer und ist im Endeffekt trotzdem nur daran interessiert, mit illegalen Downloads dick Kohle zu machen. Optisch lebt er diese Prämisse ja bereits vor. Content-Industrie - nette Bezeichnung - eigentlich gehts um die Firmen, die für die Herstellung des Contents bezahlen bzw. ursprünglich dafür aufkommen, während er rummault, daß er sich nicht so ins gemachte Nest setzen darf, wie ers gern hätte. Der Kerl ist wirklich der Hammer ....
mm71 29.05.2013
4.
Zitat von drosanWas maßen sich diese Filmstudios eigentlich an? Wenn ich als unabhängiger Musiker meine Werke auf diese Seite hochlade und sie verbreiten will, kommen plötzlich riesige Studios daher und wollen die Seite löschen lassen, weil ein paar Raubmörder offenbar urheberrechtlich geschütztes Material dort hochladen? Stehen jetzt plötzlich alle, die ihre Urlausfotos da hochladen unter Generalverdacht? Unglaublich, das ganze...löscht doch gleich das ganze Internet
Tja, so sieht's aus. Wenn die Polizei ein Bordell schliesst, dann haben Sie eben auch Pech gehabt, wenn Sie nur dahin gehen, um ein Bier zu trinken. Angesichts der Historie von Herrn Dotcom wäre ich aber auch niemals davon ausgegangen, dass man mit seiner Technologie ein seriöses Geschäft betreiben kann. Ich weiss nun nicht, mit welcher Downloadlast man bei Ihrer Musik so rechnen muss, aber es gibt sicherlich x bessere und seriösere Möglichkeiten diese zu verbreiten als ausgerechnet Mega. Homepage und gehosteter Server sind doch für kleinstes Geld innerhalb eines nachmittags aufgesetzt.
ReichertRo 29.05.2013
5. problem dot.com
das eigentliche Problem ist, dass immer mehr die Cloudbetreiber und nicht die Clouduser in die Haftung genommen werden. damit werden die ehrlichen user immer mehr controlliert und das Internet wird immer mehr zensiert. wenn sich Verbrecher am Telefon zum Bankraub besprechen, kann ich die Telekom auch nicht belangen. ich plädiere vielmehr für eine internationale webpolice , die die Flaschen vom BKA und FBI ablöst und endlich Fachleute an die Arbeit läßt. Denn wenn man es richtig macht, läßt fast jedes Verbrechen im Internet aufklären. die Daten sind da, die Methoden sind da und gute IT Leute auch. Natürlich ist es viel bequemer den Bürger von vornherein einzuschränken.......
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