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01. März 2012, 15:13 Uhr

Kim Dotcom von Megaupload

"Ich bin kein Raubkopier-König"

Raubkopien habe er immer bekämpft, sagt Megaupload-Gründer Kim Dotcom. Die Vorwürfe gegen ihn nennt der in den USA wegen Gründung einer kriminellen Organisation Angeklagte "böswillig". Er habe Beweise für seinen Kampf gegen illegale Inhalte.

Auckland - Der deutsche Megaupload-Gründer Kim Dotcom hat die Anschuldigungen der US-Justiz gegen ihn als "irreführend" und "böswillig" zurückgewiesen. Dotcom sagte dem neuseeländischen Fernsehsender 3TV News: "Ich bin kein Raubkopier-König, ich habe Nutzern online Speicherplatz und Bandbreite angeboten, das war's."

Einen Prozess gegen ihn werde die US-Justiz niemals gewinnen können, sagte Dotcom dem "New Zealand Herald". Die US-Behörden werfen Dotcom, in Kiel als Kim Schmitz geboren, und Mitangeklagten vor, eine kriminelle Organisation gegründet und in großem Stil Urheberrechte zum eigenen Profit verletzt zu haben.

Megaupload bot seinen Nutzern einen Dienst an, bei dem sie Daten im Web speichern und über einen Link anderen zur Verfügung stellen konnten. Dies ist an sich nicht illegal. Die Klageschrift wirft den Mega-Machern allerdings vor, dass sie sich immer im Klaren darüber waren, dass die überwiegende Mehrheit der Nutzer auf die Angebote zurückgreife und für Premiumdienste zahle, um Zugriff auf Raubkopien von Kinofilmen, Fernsehserien, Musikalben und aktueller Software zu erlangen.

Dotcom sagte dem "New Zealand Herald", in der Anklageschrift fehlten "Beweise" dafür, dass er "persönlich" versucht habe, Raubkopierer daran zu hindern, ihr Material über Megaupload zur Verfügung zu stellen. Bei Megaupload seien 20 Leute damit beschäftigt gewesen, mögliche Raubkopien zu löschen.

"Für jede E-Mail in deren Anklageschrift habe ich hundert andere, die das Gegenteil beweisen", sagte Dotcom. "Ich saß in meiner Zelle und dachte: Wie können die sich auf eine so irreführende und böswillige Art einfach Vorwürfe herauspicken? Die können nicht gewinnen."

Die Klageschrift hingegen führt an, dass Beschwerden über Raubkopien im Megaupload-Angebot nicht dazu führten , dass die Inhalte entfernt wurden. Tatsächlich sei nur der jeweils konkret beanstandete Link deaktiviert worden, obwohl eine Vielzahl unterschiedlicher Verweise zu derselben Datei geführt hätte. Die Megaupload-Datenbank sei so angelegt worden, dass eine Signatur jeder hochgeladenen Datei erstellt wurde, um Duplikate zu verhindern.

Es könne allerdings "Jahre dauern", seine Unschuld zu beweisen, sagte Dotcom weiter. Sein Kampf, gegen Kaution auf freiem Fuß bleiben zu können, sei nur der Anfang. Die "Schlacht" werde im August beginnen, wenn die erste Anhörung im Prozess um seine mögliche Auslieferung an die USA geplant ist. In den USA drohen dem 38-Jährigen bis zu 20 Jahre Haft.

Dotcom beschwerte sich über seine Behandlung nach der Verhaftung am 20. Januar. In der ersten Nacht in Untersuchungshaft sei er alle zwei Stunden geweckt worden. "Ich sagte, das ist Folter, das ist Schlafentzug." Das einzig Positive an der Haft sei gewesen, dass er 16 Kilogramm abgenommen habe.

Er wolle auf Dauer in Neuseeland bleiben, sagte Dotcom der Zeitung: "Dies ist das Land, in dem ich leben möchte und wo meine Kinder aufwachsen sollen. Ich liebe es hier."

lis/AFP

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