kino.to Angeklagte und Urteile im Überblick

Sie lieferten Abertausenden von Nutzern kostenlose Kinofilme und Serienfolgen, brachen das Urheberrecht in großem Stil und verdienten Millionen. Doch ein Abweichler in den eigenen Reihen brachte die Betreiber von Kino.to vor Gericht - und viele ins Gefängnis. Die Urteile im Überblick.

  • 14. Juni 2012: Dirk B., der als Chef und Gründer von kino.to gilt, wird zu viereinalb Jahren Haft verurteilt. Zudem muss Dirk B. nach dem Urteil der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Leipzig an den Staat bis zu 3,7 Millionen Euro abführen, die er über seine spanische Firma mit Werbung bei kino.to verdient hat.
  • 11. April 2012: Der Chef-Programmierer des illegalen Filmportals wird zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Der schüchterne Technikchef gilt als zweitwichtigster Mann von kino.to, kannte Dirk B. seit seinem letzten Schuljahr. Hatte in Hamburg als Programmierer gearbeitet. Das Landgericht Leipzig sprach den 29-Jährigen der massenhaften Verletzung des Urheberrechts schuldig, seine Einnahmen sollen sich auf mehr als eine Million Euro belaufen haben. Mehr...
  • 22. Dezember 2011: Der sogenannte Serverbeschaffer wird zu drei Jahren und fünf Monaten Haften verurteilt. Er soll Speicherplatz im Ausland angemietet und mit Abo-Fallen - gegen Gebühr konnten Filme und Serien schneller heruntergeladen werden - von 2008 bis 2011 mehrere Hunderttausend Euro Gewinn gemacht haben. Mit Freeload und Streamline betrieb er eigene Filehoster. Mehr...
  • 15. Dezember 2011: Ein arbeitslos gemeldeter IT-Assistent aus Nordrhein-Westfalen wurde zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er hatte gestanden, gegen Bezahlung Tausende Raubkopien bei Filehostern eingestellt zu haben. Kannte die Kerntruppe wohl nicht persönlich. Mehr... 
  • 7. Dezember 2011: Drei Jahre Haft bekam der 27-jährige Schwager von Dirk B., gelernter Kfz-Mechaniker. Er soll zuletzt der Administrator von kino.to gewesen sein und sich um die Freischaltung aktueller Kinofilme gekümmert haben. Mit Speedload betrieb er einen eigenen Filehoster und soll 23.000 Raubkopien von Filmen auf interne Server gestellt hatte. Auch er hatte ein Geständnis abgelegt. Mehr...
  • 2. Dezember 2011: Der Webdesigner, Spitzname opiPayden, 33 Jahre alt, bekam zweieinhalb Jahre Haft. Er hatte bereits die Saugstube gestaltet und war für das Aussehen von kino.to verantwortlich. Nach seiner Festnahme hatte er ein umfassendes Geständnis abgelegt. Mit Online-Werbung soll er 190.000 Euro umgesetzt haben. Mehr...

Die Staatsanwaltschaft gräbt weiter. Im April 2012 rückten Polizei und Justiz wieder aus, diesmal, um gegen Werbevermarkter vorzugehen - ein Novum in Deutschland. Unter Federführung der Dresdner Staatsanwälte wurden zehn Objekte in fünf Bundesländern durchsucht und zwei Personen verhaftet. Die Werbeschaltungen, von denen auch kino.to profitiert haben soll, wurde nach bisherigen Erkenntnissen zentral von einem Dienstleister gebucht und verwaltet, auf den deutsche Behörden bisher allerdings keinen Zugriff bekommen haben: Der Mann sitzt im EU-Ausland.

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