50.000 Filme hochgeladen Bewährungsstrafen für Kino.to-Helfer

Das Amtsgericht Leipzig hat zwei Unterstützer des Filmportals Kino.to zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die Männer, die einen eigenen Filehosting-Dienst betrieben, müssen außerdem Geldstrafen zahlen.

Kino.to: Links zu illegalen Kopien von Filmen und Serienepisoden
SPIEGEL ONLINE

Kino.to: Links zu illegalen Kopien von Filmen und Serienepisoden


Vier Jahre nach dem Ende von Kino.to sind in Leipzig zwei Unterstützer des Filmportals verurteilt worden. Die 29 und 32 Jahre alten Angeklagten hatten zum Prozessbeginn am Montag eingeräumt, einen Filehosting-Dienst betrieben zu haben, auf dem sich illegale Kopien von Filmen und Serienepisoden befanden.

Die Männer waren wegen gemeinschaftlicher gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung angeklagt. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll allein der 32-Jährige gut 50.000 Filmkopien für Kino.to und verwandte Streaming-Portale bereitgestellt haben.

Für ihr umfassendes Geständnis könnten die Angeklagten mit Bewährungsstrafen von maximal zwei Jahren rechnen, hatte Richter Mathias Winderlich in Aussicht gestellt. Konkret sind die Männer nun zu Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Der 29-Jährige muss zudem 75.000 Euro Strafe zahlen, der 32-Jährige 1500 Euro. Die Differenz geht vor allem auf die Einkommensverhältnisse zurück. Das Urteil ist rechtskräftig, da keiner der Angeklagten in Revision gehen will. Auch die Staatsanwaltschaft will auf Rechtsmittel verzichten.

Angeblich kaum Geld verdient

Es war nicht der erste Prozess im Fall Kino.to. Der Gründer und Chef, ein Leipziger, wurde 2012 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Weitere Beteiligte erhielten Bewährungs- und Haftstrafen. Die beiden Angeklagten im aktuellen Prozess machten auch nach dem Ende von Kino.to bei ähnlich angelegten Plattformen weiter, gaben sie vor Gericht zu.

Der 32-Jährige aus Chemnitz gab an, zuerst bei anderen Anbietern die Filme hochgeladen zu haben und dann auf die Idee mit dem eigenen Filehosting-Dienst gekommen zu sein. Der mitangeklagte 29-Jährige vermietete als Selbstständiger Server an Kunden. Das Ziel: Über die Links bei Kino.to landeten Nutzer des Portals beim Dienst der Angeklagten, was den Männern Werbeeinnahmen bescherte.

Ein Großteil der Einnahmen sei jedoch für die Kosten der Datenverbindungen und Server draufgegangen, sagte der 29-Jährige. "Im Rückblick war das Projekt für mich ein Minusgeschäft." Auch der 32-Jährige bereute vor Gericht seine illegalen Geschäfte. "Jetzt arbeite ich mich seit drei Jahren bei einer Firma hoch", sagte er. "Hätte ich das früher gemacht, hätte ich auch mehr Geld verdient als mit dem Dienst."

mbö/dpa



insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
managerbraut 13.10.2015
1. splche Urteile
werden kaum abschreckende Wirkung erzielen!
dr-c 13.10.2015
2. kinox.to ist doch online
Die Alternative lebt!
hschmitter 13.10.2015
3.
Zitat von dr-cDie Alternative lebt!
Nicht nur die - mir fallen mindestens 5 Adressen ein, bei denen man locker fast ausschließlich deutsches Material findet - ich seh da immer noch genügend nachvollziehbare Gründe, warum sich Leute dahin verirren.
sandboxer 13.10.2015
4. Jo
Zitat von dr-cDie Alternative lebt!
viel Spaß beim Rechner verseuchen. Bezahlt wird immer, verehrter Doktor. Vielleicht haben Sie nur noch nicht bemerkt, dass Sie auch bezahlen bei der Alternativen.
hschmitter 13.10.2015
5.
Zitat von sandboxerviel Spaß beim Rechner verseuchen. Bezahlt wird immer, verehrter Doktor. Vielleicht haben Sie nur noch nicht bemerkt, dass Sie auch bezahlen bei der Alternativen.
Wenn Sie naiv surfen, holen Sie sich überall etwas weg... angefangen bei der Werbung, deren JavaScript-Gedöns ja nicht mal die Verantwortlichen überschauen können.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.