Klage Yahoo Hongkong soll Nutzerdaten an China geliefert haben

Nach der Verurteilung eines Reporters in China ist gegen Yahoo in Hongkong eine Klage eingereicht worden. Die Firma soll den chinesischen Behörden Informationen geliefert haben, die zur Verurteilung des Mannes zu zehn Jahren Haft führten.

Hongkong - Der Fall ist delikat für den Yahoo-Ableger in Hongkong. Das Unternehmen soll Nutzerdaten an die chinesischen Behörden herausgegeben haben und dabei gegen Datenschutzgesetze verstoßen haben. Dem Hongkonger Abgeordneten Albert Ho liegt die Kopie des Urteils aus der chinesischen Provinz Hunan vor. In dem Fall geht es um einen chinesischen Reporter, der wegen angeblichen Verrats von Staatsgeheimnissen zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war.

Bei der Verurteilung nutzten Chinas Behörden Daten, die Yahoo bereitgestellt hatte. Bislang hatte das Unternehmen behauptet, die chinesische Yahoo-Tochter habe die Daten aufgrund lokaler Gesetze herausgeben müssen.

Der Abgeordnete Ho erklärte heute, die ihm vorliegenden Prozessunterlagen aus China würden belegen, dass die Hongkonger Yahoo-Filiale die fraglichen Unterlagen den chinesischen Behörden zur Verfügung gestellt hatte.

"Es ist eindeutig, dass die Daten aus Hongkong gekommen sind", sagte Ho. "Warum sind sie der Aufforderung aus China nachgekommen? Das ist die große Frage." Ho, der selbst auch Anwalt ist, hat wegen der Affäre Klage gegen Yahoo Hongkong eingereicht.

hda/AP

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