Krankenhaus in Not Computervirus legt bayerische Klinik lahm

Seit Tagen sind im Klinikum Fürstenfeldbruck Hunderte Computer unbenutzbar. Ein Computervirus, der eigentlich andere Ziele sucht, hatte die Systeme befallen.
Mediziner vor Computer (Symbolbild)

Mediziner vor Computer (Symbolbild)

Foto: Felix K‰stle/ picture alliance / Felix K‰stle/

Ein Computervirus hat im Klinikum Fürstenfeldbruck offenbar beträchtlichen Schaden angerichtet. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern hat Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen, der die IT-Systeme des Krankenhauses tagelang lahmlegte.

Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, zu der die Zentralstelle gehört, vermutete am Freitag, die Probleme könnten von einer Schadsoftware ausgelöst worden sein, die eigentlich für ganz andere Angriffe ausgelegt worden sei, nämlich darauf, Bankdaten auszuspähen. Die "Süddeutsche Zeitung " berichtet, die Klinik habe deshalb sofort ihre gesamten Bankkonten sperren lassen, nachdem der Virus entdeckt und erkannt worden war.

Der Virus habe in den vergangenen Tagen Hunderte Computer des Krankenhauses befallen und unbrauchbar gemacht, sagte der Vorstand des Klinikums, Alfons Groitl. Zuvor hatten mehrere Medien über den Fall berichtet. IT-Spezialisten des Krankenhauses und externe Fachleute bereinigten alle Server und Computer des Hauses, erklärte Groitl. In den kommenden Tagen sollten alle Geräte wieder funktionieren. Einige Rechner waren am Freitag wieder am Netz.

Keine Gefahr für Patienten

Patienten seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen, heißt es. Lebensbedrohliche Notfälle beispielsweise würden ebenso weiter behandelt wie Menschen, die von sich aus in die Notaufnahmen kommen, betonte der Klinikchef. Andere Notfälle würden in Krankenhäuser in München, Dachau, Starnberg und Landsberg am Lech gebracht.

Wegen der Virusattacke konnte das Klinikum nur eingeschränkt neue Patienten aufnehmen. Zudem hatte der Computerausfall, der bereits vor einer Woche begann, die Folge, dass die Klinik per E-Mail und Telefon nicht erreichbar war, berichtet der "Bayerische Rundfunk ". Patientendaten hätten vorläufig nur mit Stift und Papier erfasst werden können.

In den vergangenen Jahren war der Betrieb von Krankenhäusern schon mehrfach von Computerviren beeinträchtigt worden, oft ging es dabei um sogenannte Erpressungstrojaner.

mak/dpa