Deal mit Comcast Nutzer können bald über Twitter fernsehen

Twitter geht mit dem US-Kabelnetzbetreiber Comcast eine Kooperation ein. Schon im November soll ein eigener Button Live-Streaming ermöglichen. In diesen Genuss kommen allerdings vorerst nur Comcast-Kunden.

Twitter-Logo auf einem Bildschirm: Fernsehsendungen per Mausklick
AFP

Twitter-Logo auf einem Bildschirm: Fernsehsendungen per Mausklick


Der Kurznachrichtendienst Twitter, der in naher Zukunft an die Börse strebt, erweitert seinen Funktionsumfang. Die Plattform ermöglicht es einigen seiner Nutzer künftig, mit nur einem Mausklick TV-Sendungen anschauen oder abspeichern zu können.

Hintergrund ist eine Kooperation mit dem amerikanischen Kabelnetzbetreiber Comcast. Der Deal mit Twitter bezieht sich auf den hauseigenen Sender NBC Universal. Twitterer sollen ab November Kurznachrichten mit einem "See it"-Button verschicken können. Beim Anklicken öffnet sich eine sogenannte Twitter-Card, und Comcast-Kunden können gleich auf ihrem Rechner, Tablet oder Smartphone Sendungen sehen und aufnehmen.

Außerdem teilte Comcast mit, das Unternehmen sei mit Twitter eine Werbepartnerschaft eingegangen. Dabei setzen die Partner auf Twitters Amplify-Programm, mit dessen Hilfe sich gesponserte Videoclips in Tweets einbetten lassen. Damit kann Twitter seinen schon seit langem erhobenen Anspruch erproben, mit seinen Millionen Nutzern Fernsehsendern zu größeren Zuschauerzahlen zu verhelfen.

Möglicherweise gibt es gar nicht genug Nutzer

Comcast-Manager Sam Schwartz formulierte seine Erwartungen gegenüber "All Things D" mit größter Klarheit: "Wir möchten dafür sorgen, dass das Gespräch auf Twitter zum Konsum führt." Sein Unternehmen hoffe, dass sich noch weitere Kabelnetzbetreiber, Pay-TV-Anbieter und schließlich auch Internetfirmen dieser "strategischen Partnerschaft" anschlössen. Gefragt, ob bei einer Zusammenarbeit mit sozialen Netzwerken nicht auch Facebook ein geeigneter Kandidat wäre, erklärte Schwartz nur, derzeit sei eben Twitter Comcasts sozialer Partner.

Die Vereinbarung könnte für alle Beteiligten zählbare Vorteile bringen. Twitter erhält die Möglichkeit, seine Einnahmequellen zu erweitern. Umgekehrt könnten sich die Programmplaner bei den Sendern auf statistisches Material zu Zuschauerzahlen freuen, inwieweit nämlich Twitter-Nutzer tatsächlich das TV-Angebot nutzen.

Hier liegt aber auch die Crux der Übereinkunft. Möglicherweise ist die Twitter-Nutzerzahl in den USA gar nicht hoch genug, um diesen Erwartungen zu entsprechen. Erst vor wenigen Tagen legte der Microblogging-Dienst im Zuge seines anstehenden Börsengangs genaue Nutzerzahlen vor. Für Amerika waren die mit gerade einmal 49 Millionen aktiven Nutzern im Monat erstaunlich niedrig.

meu



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