Kosten des Netzverkehrs Telekom denkt über Datenmaut nach

Bei der Deutschen Telekom hält man es nicht für abwegig, dass hierzulande eine Datenmaut eingeführt wird. Auf diese Weise will das Unternehmen Inhalte-Anbieter wie Google an den Kosten der Netz-Infrastruktur beteiligen.


In den USA ist die Diskussion über eine Datenmaut im Internet bereits in vollem Gange. Und nun beginnt sie auch in Deutschland. Telekom-Vorstand Walter Raizner sagte heute in Berlin, dass die Idee einer solchen Gebühr nicht abwegig sei. Die Telekom wolle aber vorerst nur beobachten, wie die Diskussion über eine solche Datenmaut in anderen Ländern verlaufe, zitierte ihn Heise online.

Mit der Datenmaut sollen große Downloadportale, etwa YouTube oder Google Video, an den Kosten beteiligt werden, die der Download ihrer Inhalte verursacht. Zudem wird - in den USA unter dem Schlagwort "net neutrality" - darüber diskutiert, die besonders schnelle Übertragung von großen Dateien nur zu erlauben, wenn der Inhalteanbieter dafür zahlt. Kritiker des Datenmautkonzepts befürchten, dass auf diese Weise ein Zwei-Klassen-Internet entsteht: auf der einen Seite die solventen Medienkonzerne, auf der anderen Seite Community-Projekte wie Wikipedia, denen das Geld für die Datenmaut fehlt.

Erwartungsgemäß gehört Google zu den schärfsten Kritikern der Gebühr. Nordeuropa-Chef Philipp Schindler bestritt heute in Berlin, dass Google Nutznießer der Breitbandinfrastruktur sei. Dies seien vielmehr die Anwender, die dafür auch bezahlten, sagte er laut Heise online. "Bedenkt man alle Anschlussgebühren, sind wir weit von einer Null-Euro-Flatrate entfernt. Hier wird nichts verschenkt."

hda



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