Crowdfunding-Projekt "Krautreporter" finden genügend Unterstützer

Das Online-Magazin "Krautreporter" wird an den Start gehen: Am letzten Tag der Crowdfunding-Phase konnte das bisweilen scharf kritisierte Projekt sein Minimalziel von 15.000 Abos erreichen.
"Krautreporter"-Logo: Deutsches Online-Magazin soll im Herbst starten

"Krautreporter"-Logo: Deutsches Online-Magazin soll im Herbst starten

"Der Online-Journalismus ist kaputt. [...] Wir kriegen das wieder hin": Mit vollmundigen Thesen und Versprechen wie diesen hat ein Team aus 28 Journalisten für das Crowdfunding-Projekt "Krautreporter" geworben. 15.000 Unterstützer wollte die Gruppe binnen eines Monats gewinnen, für ein werbefreies Online-Magazin. Man wolle die Geschichten hinter den Nachrichten erzählen, heißt es auf der Projektwebsite .

Nun bekommt das "Krautreporter"-Team wohl tatsächlich die Chance, zu beweisen, wie viel Substanz in ihren Ankündigungen steckt. Am Freitagmittag zeigte der Crowdfunding-Fortschrittsbalken  kurz nach 13 Uhr an, dass 15.000 Mitgliedschaften erreicht seien. Eine Mitgliedschaft kostet 60 Euro.

Damit hat das Projekt am letzten Tag der Finanzierungsphase das für den Magazinstart notwendige Minimalziel erreicht. In den letzten Tagen hatte das Projekt dabei unter anderem Hilfe von der Rudolf Augstein Stiftung bekommen, die gleich 1000 Mitgliedschaften finanziert.

Als "Krautreporter"-Unterstützer schließt man für 60 Euro eine Art Jahres-Abonnement ab. Die nun gefundenen Unterstützer bringen dem Projekt also 900.000 Euro. Von diesem Geld soll das "Krautreporter"-Magazin ein Jahr lang im Internet erscheinen. Auch wer das Projekt nicht mitfinanziert hat, soll Zugriff auf die meisten Beiträge haben, wenn das Online-Magazin im Herbst startet. Unterstützer sollen dafür zum Beispiel zu Veranstaltungen des Projekts eingeladen werden.

In Blogs und sozialen Netzwerken war in den vergangenen Wochen heftig über "Krautreporter" diskutiert worden - zum Beispiel über das Geschlechterverhältnis in der Redaktion, die überwiegend aus Männern besteht. Über den Namen und über die Vermarktung des Projekts. Über die Frage, welche Folgen ein Gelingen oder Scheitern des Vorhabens für andere Journalismus-Projekte haben würde. Kein deutsches Crowdfunding-Projekt dürfte medial größere Aufmerksamkeit bekommen haben.

Die "Krautreporter" kommentierten das Erreichen der 15.000 Unterstützer am Freitag mit einem Tweet, der nur aus einem Wort bestand: "Wahnsinn", geschrieben mit 124-mal dem Buchstaben A .

mbö
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