Betrugsmasche in den USA Neue Bankkarte, alter Chip

Wenn viel Geld zu holen ist, scheuen Kriminelle keinen Aufwand: Beim Betrug mit Bankkarten gilt das ganz besonders. Ein Sicherheitsexperte berichtet nun vom einem ganz perfiden Trick der Abzocker.
Bankkarten (Symbolbild)

Bankkarten (Symbolbild)

Foto: Peter Macdiarmid/ Getty Images

Der amerikanische Secret Service ist nicht nur für den Schutz des US-Präsidenten zuständig, sondern beschäftigt sich auch mit dem Thema Finanzkriminalität. In dieser Rolle hat die Behörde vergangenen Monat offenbar verschiedene Finanzfirmen auf eine neue Betrugsmasche mit chipbasierten Bankkarten hingewiesen. Das schreibt der Tech-Journalist Brian Krebs in seinem Blog "Krebs on Security" .

Die Betrugsmasche besteht Krebs' Zusammenfassung zufolge darin, dass Kriminelle an große Firmen gesendete Bankkarten-Sets bei der Post abfangen, deren Chips ausbauen und stattdessen Chips aus alten oder ungültigen Bankkarten einsetzen. Die derart abgefangenen neuen Chips werden wiederum in alte Bankkarten eingesetzt. Die manipulierten Karten werden dann an ihre Empfänger weitergeschickt.

Aktivieren die rechtmäßigen Empfänger die manipulierten Karten dann mit ihren Daten - erst dann funktionieren sie -, können die Kriminellen mithilfe der auf dem Postweg ausgebauten Chips Geld vom zugeordneten Konto abheben.

Kriminalität per Heißluftfön

Um die Chips entfernen zu können erwärmen die Betrüger den Klebstoff, mit dem diese auf den Karten befestigt ist, zitiert Krebs aus der Secret-Service-Warnung. Erkennen lasse sich die Masche daher möglicherweise an Hitzeschäden rund um den Kartenteil herum, in dem der Chip befestigt ist. Auch ein kleines Loch im Plastik könne darauf hindeuten, dass der Chip ausgetauscht wurde.

Krebs zufolge verrät der Secret Service in seiner Warnung nicht, wie genau die Karten-Pakete bei der Post abgefangen werden. Eventuell könnten Postmitarbeiter in die Masche involviert sein, mutmaßt der Experte. Ein anderer Weg bestünde darin, dass die Betrüger Zugriff auf die Postfächer von Unternehmen haben, die Bankkarten in Großpackungen zugeschickt bekommen.

mbö
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