Vermeintliche Anrufbeantworter-Nachrichten Kriminelle locken Fritzbox-Nutzer mit gefährlichen E-Mails

Der Router-Hersteller AVM warnt vor E-Mails, die auf angebliche Sprachnachrichten hinweisen. Für viele Nutzer dürfte es jedoch einfach sein, das Problem zu umgehen.
Fritzbox (Symbolfoto): Betrugsversuche mit gefälschten Anrufbeantworter-Meldungen

Fritzbox (Symbolfoto): Betrugsversuche mit gefälschten Anrufbeantworter-Meldungen

Foto: AVM / obs

In einer aktuellen Mitteilung warnt die Berliner Firma AVM,  Hersteller der Fritzbox-Router, vor Phishingmails, »die augenscheinlich im Namen der FRITZ!Box versendet werden«. Die fraglichen Nachrichten imitieren demnach das optische Erscheinungsbild echter Push-Nachrichten, die von den Internetroutern der Firma verschickt werden können. Mit dem Hinweis, eine Sprachnachricht des Anrufbeantworters als Anhang zu haben, versuchen die Absender der gefälschten Meldung, ihre Opfer dazu zu bringen, eine an die E-Mail angehängte Datei zu öffnen. Bei dieser handelt es sich der AVM-Warnung zufolge jedoch um eine Schadsoftware.

Welcher Art diese Schadsoftware ist, erläutert das Unternehmen nicht, rät nur: »Bitte öffnen Sie auf keinen Fall Anhänge oder Links in solchen E-Mails.« Zudem gibt das Unternehmen Hinweise, wie man prüfen kann, ob es sich um eine legitime Nachricht der Fritzbox oder um einen Fake handelt:

  • Vergleichen Sie den Absender der E-Mail mit dem von Ihnen eingerichteten Absender des Fritzbox-Push-Services.

  • Prüfen Sie, ob die in der E-Mail erwähnte Rufnummer einer in Ihrer Fritzbox eingerichteten eigenen Rufnummern entspricht.

  • Prüfen Sie, ob der Anhang in der E-Mail die Datei-Endung »wav« hat.

Zudem weist die Firma darauf hin, dass man derartige Nachrichten ohnehin ignorieren sollte, wenn man den Push-Service des Routers gar nicht aktiviert hat. Genau das dürfte wohl auf die Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer zutreffen. Schließlich muss besagter Push-Dienst manuell in den Einstellungen des Geräts konfiguriert werden.

Das wiederum erfordert, dass man in der Benutzeroberfläche der Fritzbox, die im Webbrowser durch Eingabe von fritz.box und dem Passwort aufrufbar ist, im Bereich Telefonie/Anrufbeantworter/Einstellungen/Nachrichten diverse Daten eingibt. Unter anderem wird hier die Konfiguration des sogenannten SMTP-Servers für den Mail-Versand abgefragt. Viele Nutzerinnen und Nutzer dürfte das überfordern. Zudem ist fraglich, ob man wirklich jede Nachricht, die aufgesprochen wird, während man nicht zu Hause ist, unbedingt per E-Mail zugeschickt bekommen möchte.

Wer also heute zum ersten Mal davon hört, dass seine Fritzbox so etwas kann, sollte dem Rat von AVM folgen und angebliche Benachrichtigungen des Anrufbeantworters im Mail-Postfach löschen. Wer die Funktion hingegen tatsächlich aktiviert hat, sollte jede neue Nachricht der Fritzbox nach den oben genannten Kriterien prüfen – oder die Funktion einfach abschalten.

mak
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