221 Millionen Euro Kryptohacker geben Teil ihrer Beute zurück

Gibt es das Gute im Menschen doch noch? Hacker, die einem Kryptowährungsunternehmen mehr als 600 Millionen Euro gestohlen haben, versuchen nun offenbar, ihre Beute zurückzugeben.
Symbolische Münzen und Geldscheine mit Bitcoin-Aufdruck

Symbolische Münzen und Geldscheine mit Bitcoin-Aufdruck

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Die Beute war gewaltig: Mehr als 600 Millionen Dollar in Kryptowährungen wie Ether hatten einer oder mehrere Unbekannte am Dienstag dem Unternehmen Poly Network abgenommen. Nun versuchen sie offenbar, ihre Beute zurückzugeben. Dem Unternehmen zufolge ist fast die Hälfte der Schadenssumme an sie zurücktransferiert worden.

Poly Networks hat sich auf systemübergreifende Transfers von Kryptowährungen spezialisiert. Auf Twitter drohte das Unternehmen den Angreifern am Dienstag, ihr Diebstahl würde von vielen Ländern als Wirtschaftsverbrechen strafrechtlich verfolgt und bat die Täter: »Liebe Hacker, wir möchten mit euch in Verbindung treten und euch auffordern, die von euch gehackten Vermögenswerte zurückzugeben«.

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Man hätte den Appell als verzweifelten, aber sinnlosen Versuch abtun können, doch nun stellt sich heraus: Es hat funktioniert. Wenige Stunden später bekam Poly Network einen winzigen Transfer, in dessen Notizfeld es hieß: »Ready to return the fund «, bereit das Geld zurückzugeben.

Noch in der Nacht zum Donnerstag begannen der oder die Täter dann, ihre Beute stückweise zurückzugeben. Zunächst nur zaghaft, später dann aber in Tranchen mit neunstelligen Summen . Den ersten Transfer versahen der oder die Unbekannten mit der Notiz: »The Hacker is ready to surrender «, der Hacker ist bereit, aufzugeben. In einem anderen Transfer schrieben der oder die Täter, sie seien »nicht so an Geld interessiert« und wären jetzt bereit, einen Teil der Beute zurückzugeben. Deutlicher kann man kaum sagen, dass man mit erhobenen Händen dasteht.

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In weiteren Transaktions-Notizen, die der IT-Sicherheitsexperte Tom Robinson auf Twitter zusammengetragen hat, versuchen sich die Täter in einer Art FAQ zu erklären. Dort heißt es beispielsweise, sie würden nur »zum Spaß« hacken und hätten die Krypto-Geldwerte nur »in Sicherheit« bringen wollen. Auf die selbst gestellte Frage, warum sie das Geld nun zurückgeben, antworten sie, »warum nicht?«, schließlich hätten sie durch die Kursgewinne in der Kryptowelt schon genug Geld.

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Die Bereitschaft der Unbekannten, ihre Beute zurückzugeben, könnte allerdings durch eine weitere Botschaft gestiegen sein. Denn schon am Mittwoch veröffentlichte die auf Blockchain-Sicherheit spezialisierte chinesische Firma SlowMist eine Nachricht auf  »Medium«, wonach sie die Mailbox-, die IP-Adressen und gerätespezifische Daten des Angreifers habe erfassen können und Hinweisen auf die Identität des Angreifers nachgehe.

mak
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