Internetwährung Chinas Zentralbank will Konten von Bitcoin-Händlern schließen

Chinas Zentralbank geht weiter gegen Bitcoin vor. Schon Mitte April sollen die Konten von 15 Händlern geschlossen werden, berichtet ein Wirtschaftsmagazin. Das wäre ein weiterer Rückschlag für die Kryptowährung.
Bitcoin (Symbolbild): China will den Handel verbieten

Bitcoin (Symbolbild): China will den Handel verbieten

Foto: JIM URQUHART/ REUTERS

Peking - Chinas Zentralbank, die Volksbank, will angeblich alle chinesischen Banken und Bezahldienste anweisen, die Konten mehrerer Bitcoin-Händler zu schließen. Dieser Plan soll aus einer nichtöffentlichen Erklärung an die Finanzdienstleister hervorgehen, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Caixin Online".

Ein nicht namentlich genannter "Experte" erklärte dem Magazin, der einzige Ausweg für chinesische Bitcoin-Websites sei es, ihre Server ins Ausland zu verlegen und die Dienste ausländischer Banken und Bezahlangebote zu nutzen. Wer in China Bitcoin erwerben will, könne dies bald nur noch mit Bargeld tun.

Die Kontensperre soll der Erklärung zufolge am 15. April in Kraft treten, berichtet "Caixin Online" . Gerüchte, dass China den Handel mit Bitcoin einschränken will, hatten die chinesische Bitcoin-Szene schon mehrfach in Unruhe versetzt.

In der genannten Erklärung soll Chinas Zentralbank die Websites von 15 Bitcoin-Händlern auflisten. Dazu heiße es, dass die Betroffenen zwar noch Geld von den Konten nehmen, aber keins mehr einzahlen könnten. Banken, die die Kontensperre nicht umsetzen, soll eine Strafe drohen - in welcher Form oder Höhe, habe das Magazin aber nicht erfahren.

Banken sollten nicht mehr mit Bitcoin handeln

Die Bitcoin-Sperre ist nur der neueste Versuch Chinas, die Kryptowährung zu zügeln. Bereits 2013 hatte die Zentralbank den Finanzinstituten des Landes Transaktionen mit Bitcoin verboten. "Die Institutionen sollten keine Geschäfte mit Bitcoin aufnehmen", teilte die Notenbank im Dezember mit. Bei Bitcoin handle es sich um ein hochspekulatives Online-Produkt und keine verlässliche Währung.

Der Schritt sei nötig, um Geldwäsche und anderen kriminellen Geschäften mit Bitcoin entgegenzuwirken, hieß es damals. Zusammen mit fünf Ministerien war ein Leitfaden für den Umgang mit dem Digitalgeld entwickelt worden.

Durch die Entscheidung wurde Bitcon zwar als Währung verboten, nicht jedoch als handelbare Ware. Die Zentralbank erklärte, dass Investoren auf eigenes Risiko mit Bitcoin handeln, ihn aber nicht als legales Zahlungsmittel einsetzen könnten.

Auf das Bekanntwerden der angeblichen neuen Zentralbank-Pläne hat der Bitcoin-Markt bereits reagiert: Wie das "Wall Street Journal" berichtet , ist der Kurs der Währung am Donnerstag zunächst gefallen. Überhaupt scheinen die Prognosen düsterer zu werden: Weltweit gehen derzeit Behörden und Finanzinstitute gegen das Kryptogeld vor, hinzu kommen technische Mängel. Und mit Mt. Gox steht auch die größte Bitcoin-Bank vor der Pleite.

fkn