KI-Kunstwerk versteigert Gemälde von "min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]" erzielt 432.500 Dollar

Das Werk "Edmond de Belamy" wurde von einem künstlichen neuronalen Netzwerk geschaffen, nun hat das Auktionshaus Christie's es versteigert - und für das KI-Gemälde deutlich mehr bekommen als ursprünglich geschätzt.
Gemälde "Edmond de Belamy"

Gemälde "Edmond de Belamy"

Foto: dpa

Zum ersten Mal hat das Auktionshaus Christie's ein Kunstwerk versteigert, das von einem künstlichen neuronalen Netzwerk geschaffen wurde: "Edmond de Belamy" erzielte bei der Aktion in New York  432.500 Dollar, das sind umgerechnet etwa 380.000 Euro.

Der Verkaufspreis lag weit über dem geschätzten Preis von 7000 bis 10.000 Dollar, den Christie's für die Versteigerung am Donnerstag angesetzt hatte. Fünf Bieter trieben den Preis minutenlang in die Höhe, ehe ein anonymer Bieter am Telefon den Zuschlag bekam.

Der verschwommen wirkende Druck "Edmond de Belamy" zeigt einen Mann in dunkler Kutte mit weißem Kragen, der an einen französischen Geistlichen im 17. oder 18. Jahrhundert erinnert. Das Auktionshaus hatte die Versteigerung der Arbeit einer künstlichen Intelligenz (KI) als "Ankunft von KI auf der weltweiten Auktionsbühne" bezeichnet. Als Signatur steht in der unteren Ecke: "min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]". Gemeint ist der Algorithmus, der das Werk produzierte.

Urheberfrage: Kollektiv Obvious oder Algorithmus "min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]"?

Urheberfrage: Kollektiv Obvious oder Algorithmus "min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]"?

Foto: TIMOTHY A. CLARY/ AFP

Hinter der Idee steckt das Pariser Kollektiv Obvious, das im Februar bereits eine Arbeit aus seiner Belamy-Reihe an Kunstsammler Nicolas Laugero Lasserre verkaufte. Er zahlte 10.000 Euro und sprach von einem "grotesken und zugleich großartigen" Ansatz. Elf Belamy-Drucke gibt es inzwischen. Benannt ist die fiktive Familie nach KI-Forscher Ian Goodfellow, dessen Nachname sich auf Französisch etwa mit "bel ami" (guter Freund) übersetzen lässt.

Grundlage für die nun versteigerte Arbeit war ein Datensatz aus 15.000 echten Porträts, die zwischen dem 14. und 20. Jahrhundert entstanden. Auf dessen Basis erzeugte der Algorithmus so lange Bilder, bis ein konkurrierender Teil des Algorithmus eines davon für ein vom Menschen geschaffenes hielt.

Im Video: Wenn Maschinen besser denken und lernen

BBC
aar/dpa
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